Klopapier-Streik und Masken-Sheriff: Kurioses im Corona-Jahr 2020

Jahresrückblick 2020

2020 war alles in allem ein ernstes Jahr. Trotz der Corona-Pandemie und des monatelangen, deprimierenden Stillstands in NRW gab es aber auch wieder lustige Momente - und herzerwärmende.

Düsseldorf

28.12.2020, 13:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die besondere Beziehung der Deutschen zu Toilettenpapier hat dieses Jahr zu einigen Schmunzlern geführt.

Die besondere Beziehung der Deutschen zu Toilettenpapier hat dieses Jahr zu einigen Schmunzlern geführt. © picture alliance/dpa

Leere Supermarktregale, kein Blatt Klopapier weit und breit - diese Erfahrung haben nach dem März-Shutdown in der Corona-Pandemie viele Käufer in Nordrhein-Westfalen gemacht. Es wird wohl immer ein Rätsel bleiben, wieso die Deutschen in der Krise panikartig Toilettenartikel horteten, während die französischen Nachbarn lieber Rotwein- und Kondom-Vorräte anlegten. Jedenfalls sorgte der zeitweise Streit an den Ladentheken auch für unfreiwillige Komik.

Corona-Maske und Klopapier

So trat eine 54-Jährige Ende März in Bergneustadt in einen wütenden Kaufstreik, weil sie nur eine Packung Toilettenpapier pro Einkauf bekommen sollte. Die Frau setzte sich auf das Kassenband, blockierte den weiteren Verkauf und wehrte sich auch gegen die Polizei heftig. Am Ende musste sie mit Handschellen zum Streifenwagen getragen werden.

Ein Konditor in Dortmund fand dagegen eine gesetzeskonforme und durchaus kreative Antwort auf den Hype: Er bot runde Marmorkuchen mit weißem Guss im Klopapier-Style an. Die Nachfrage überstieg jede Erwartung: Bald produzierte der Betrieb 200 „Rollen“ pro Tag.

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Beim Schlangestehen gab es in den Märkten immer wieder Streit um die korrekte Nutzung der Gesichtsmaske - je länger die Einschränkungen dauerten, desto heftiger. Mitte August zog in Neuss ein 25-Jähriger sogar eine Schreckschusspistole, um einen Maskenverweigerer zu stoppen. Der Mann sollte seinem Bußgeld nicht entgehen, meinte der 25-Jährige. Leider hatte der selbst ernannte Masken-Sheriff aber selbst den Mund-Nasen-Schutz nicht richtig aufgesetzt und musste deshalb zahlen.

Was für Herz

Ungeachtet der Pandemie ging 2020 das Leben natürlich weiter - zum Beispiel mit überraschend schnell geborenen Babys. So brachte im Februar in einer Gaststätte in Oberhausen eine Frau ein kleines Mädchen zur Welt - ohne Arzt und Hebamme, die nicht rechtzeitig zur Stelle waren. Die Geburt fand auf einer abgesperrten Toilette statt, eine Kellnerin und die Chefin halfen der Frau, während nebenan eine Schlagerparty tobte. „Die Kleine heißt Angelina, wir haben sie dem Notarzt frisch gebadet übergeben“, sagte die Inhaberin der Gaststätte später.

In Recklinghausen eskortierte die Polizei Ende Februar einen werdenden Vater mit seiner hochschwangeren Frau mit Blaulicht in die Klinik. Wenig später war Sohn „Anton“ auf der Welt. Auf ein Bußgeld wegen des vorherigen Geschwindigkeitsverstoßes verzichtete die Polizei.

Wenn die Liebe regiert, rücken strenge Dienstvorschriften schon mal in den Hintergrund - so wie für einen 44-jährigen Bundeswehr-Soldaten aus Arnsberg. Der Mann warf aus einem sehr niedrig fliegenden Bundeswehr-Hubschrauber über einem Ort im Sauerland ein Paket ab - darin war ein Blumenstrauß für seine Verlobte, der die Empfängerin auch erreicht haben soll. Den folgenden Riesenärger dürfte der Mann gern ertragen haben.

Da ein Soldat aus Arnsberg Sehnsucht nach seiner Angebeteten hatte, warf er hier aus einem Kampfhubschrauber ein Geschenk zu -und löste in Arnsberg damit viel Aufregung aus. (Symbolbild)

Da ein Soldat aus Arnsberg Sehnsucht nach seiner Angebeteten hatte, warf er hier aus einem Kampfhubschrauber ein Geschenk zu -und löste in Arnsberg damit viel Aufregung aus. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Den Liebesmoment seines Lebens bereitete sich ein IT-Fachmann aus Dortmund selbst: In der RTL-Quizshow „Wer wird Millionär?“ fiel der Mann zur besten Sendezeit vor seiner Partnerin auf die Knie und hielt - leicht stammelnd - um ihre Hand an. Die Antwort lautete „Jaaaa! Jaaa!“ Pures Glück.

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Ganz schön blöd

Pleiten, Pech und Pannen gab es daneben 2020 auch: So fuhr ein Lokführer aus Versehen am Bahnhof Bonn-Beuel vorbei, ein Jobcenter wollte wegen eines Zahlendrehers einer Schule zehn Billionen Euro überweisen, ein Polizist stolperte bei einer Verfolgungsjagd mit gezogener Waffe über eine Wurzel und schoss in die Luft und ein Einbrecher schlief nach dem „Bruch“ im Haus ein und machte durch lautes Schnarchen auf sich aufmerksam - als er erwachte, standen Polizisten vor ihm.

Nächster Halt: Nicht Bonn-Beuel. Ein Lokführer vergas in diesem Jahr einfach einen Bahnhof anzufahren.

Nächster Halt: Nicht Bonn-Beuel. Ein Lokführer vergas in diesem Jahr einfach einen Bahnhof anzufahren. © picture-alliance/ dpa

Zum Schluss: Der Papst

Überraschungen gehören eben dazu. Das erlebte auch der Kölner Geistliche Regamy Thillainathan, als im November sein Handy klingelte. Eine unterdrückte Nummer, er dachte, es sei seine Mutter. Doch dann meldete sich niemand Geringeres als der Papst persönlich: „Hier spricht Papa Francesco!“

Der Kölner Priester hatte dem Papst einen Brief übergeben - und den beantwortete der Papst nicht über sein Sekretariat, sondern in einem ausführlichen persönlichen Gespräch.

dpa

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