„Knallharte Sparpolitik“ – Bahn könnte mehr als 10.000 Stellen streichen

Coronavirus

Leere Züge und pünktlich am Ziel: Viele Bahnreisende erleben die Corona-Zeit eher als Geschenk, denn als Strafe. Doch auf der Bahn-Seite sieht es dagegen düster aus.

Berlin

17.05.2020, 16:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Leere Sitze im ICE: Die Corona-Krise hat ihre Spuren bei der Deutschen Bahn hinterlassen.

Leere Sitze im ICE: Die Corona-Krise hat ihre Spuren bei der Deutschen Bahn hinterlassen. © picture alliance/dpa

Wegen der Corona-Krise sind bei der Deutschen Bahn nach Einschätzung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mehr als 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr. „Es droht ein dramatischer Stellenabbau“, zitierte die „Bild am Sonntag“ den amtierenden EVG-Vorsitzenden Klaus-Dieter Hommel.

Einsparungen könnten zu Personalabbau führen

„Die Deutsche Bahn AG will im Gegenzug für staatliche Hilfen etwa fünf Milliarden Euro, davon etwa 2,25 Milliarden beim Personal einsparen. Die Umsetzung dieser Vereinbarung zwischen dem Konzern und der Bundesregierung heißt im Klartext: Abbau von weit über 10.000 Stellen bei der Deutschen Bahn im gesamten Bundesgebiet.“ Der Konzern wollte die Äußerungen am Sonntag auf Anfrage nicht kommentieren. Nach eigenen Angaben beschäftigt er in Deutschland rund 211.000 Menschen..

Laut dem Blatt befürchtet Hommel „eine knallharte Sparpolitik auf dem Rücken der Beschäftigten mit einer Halbierung der Ausbildungsplätze und einem Stopp der dringend benötigten Neueinstellungen“. Wie schon nach der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Freitag schlug der Gewerkschafter ein „Bündnis für Beschäftigung und Mobilität“ vor. Dazu habe der Unternehmensvorstand seine Bereitschaft zugesichert, sagte Hommel bereits am Freitag.

Obwohl die Fahrgastzahlen in der Corona-Krise um rund 90 Prozent eingebrochen sind, hat die Bahn ihre Kapazitäten kaum angepasst. Der Bund will den Staatskonzern nun über eine weitere Kapitalerhöhung unterstützen. Dabei könnten 6,9 bis 8,4 Milliarden Euro fließen. Außerdem will der Bund eine Erhöhung der Neuverschuldungsgrenze von derzeit rund 25,4 Milliarden Euro.

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