Kontroverser Polizeieinsatz: Acht Polizisten umzingeln 15-Jährigen in Hamburg

Neues umstrittenes Polizei-Video

Nach dem Fall in Düsseldorf löst nun auch das Video eines Polizeieinsatzes in Hamburg Empörung in den sozialen Medien aus. Zu sehen sind bis zu acht Polizisten, die einen 15-Jährigen festsetzen.

Hamburg

von Alisha Mendgen

, 18.08.2020, 14:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kontroverser Polizeieinsatz: Acht Polizisten umzingeln 15-Jährigen in Hamburg

© dpa

Bei Twitter sorgt erneut ein Video von einem Polizeieinsatz für Diskussionen. Es zeigt einen 15-jährigen Jungen, der in Hamburg vor einer Hauswand steht und von acht Polizisten umzingelt wird.

Der Pressesprecher der Polizei Hamburg, Holger Vehren, bestätigt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) den Vorfall von Montag um 13 Uhr in der Hamburger Innenstadt: „Es sollte eine Identitätsfeststellung durchgeführt werden.“

Der Anlass dafür sei eine Ordnungswidrigkeit gewesen, da der 15-Jährige mit einem E-Scooter auf dem Gehweg gefahren sei. Der Jugendliche habe sich gewehrt und „mit den Armen um sich geschlagen“.

Auf dem Videoausschnitt ist das nicht erkennbar, jedoch zeigt der Junge sich nicht kooperativ. Er kommt der Aufforderung sich auf den Boden zu legen nicht nach. Als jemand schreit „Auf den Boden“ bleibt er stehen.

Wie der Hamburger Polizeisprecher bestätigt, seien zeitweise acht Polizisten im Einsatz gewesen. Ein weiteres Video zeigt, wie der Junge sein T-Shirt auszieht und auf den Boden gedrückt wird. An späterer Stelle ruft er zweimal: „Ich kriege keine Luft“. Passanten bleiben stehen und beobachten den Einsatz, einer sagt: „Er weint doch“. Die Frau, die das Ganze filmt, sagt wiederholt: „Was tut ihr ihm an?“

Verhältnismäßigkeit wird geprüft

Der Junge sei später mit auf das Polizeikommissariat genommen werden, so Polizeisprecher Vehren. Dort wurde er von Erziehungsberechtigten abgeholt. Die Polizei prüft den Fall nun: Wie Vehren dem RND erklärte, sei die Feststellung der Identität des Jungen rechtmäßig gewesen. Hingegen ist „die Verhältnismäßigkeit nun Gegenstand der Prüfung“.

RND

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