Koselleck will BP mit Müll bezwingen

Kunst aus Teer im Lehmbruck

DUISBURG Als vor einem Jahr die ersten Katastrophenbilder nach der Explosion der BP-Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko über den Bildschirm flackerten, griff Lehmbruck-Museumsdirektor Rainer Stecker zum Hörer. "Mach was", bat er Ruppe Koselleck. Das ließ sich der Künstler nicht zwei Mal sagen.

von Von Bernd Aulich

, 13.04.2011, 19:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ruppe Koselleck hält den Ölkonzernen den Spiegel vor.

Ruppe Koselleck hält den Ölkonzernen den Spiegel vor.

Als er vor zehn Jahren am Strand von Norderney Teerklumpen an den Füßen seiner Tochter entdeckte, wurde der Absolvent der Kunstakademie Münster zum Aktionskünstler. "Den Ölmulti BP mit dessen selbst verschuldetem Müll zu bezwingen", hat sich der Maler zum Ziel gesetzt. Bis zum ersten Jahrestag der Ölkatastrophe vor den USA ist Koselleck im Lehmbruck-Museum zu erleben. Am Eingang seines Ateliers auf Zeit, das wie ein Alchimisten-Labor aussieht, begrüßt ein David aus Bitumen und Ölteer die Besucher. Ein witziger Verweis darauf, dass sich Koselleck wie David mit dem Goliath BP anlegt.Schon 1500 BP-Aktien erworben In seinem "Büro" gibt er Zertifikate für gemalte Miniaturen aus rohem Öl aus. Dafür berechnet er den Wert von zwei Aktien. Pech für den Künstler: Die BP-Aktie ist gerade um 13 Cent auf 5,26 gefallen. Fast 1500 Aktien des BP-Konzerns hat er schon erworben. Von einer feindlichen Übernahme ist er noch weit entfernt. Teurer sind die größeren Formate aus Teerklumpen, die er an den Stränden von Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida sammelte, als Barack Obama mit Tochter im ölverseuchten Meer badete. Dafür nimmt Koselleck den Preis eines Flugtickets.Lehmbruck-Museum Duisburg: "Sie kaufen Kunst - und Ruppe Koselleck BP", bis 20.4., Friedrich-Wilhelm-Straße 40, Mi-So 12-19 Uhr. So (17.4.), 12.30 Uhr, Künstlergespräch mit Praxisdemonstration. www.lehmbruckmuseum.de

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