Kretschmer verhandelt in Moskau: Deutschland kauft 30 Millionen Impfdosen Sputnik V

Coronavirus

30 Millionen Impfdosen des russischen Vakzin Sputnik V für Deutschland: Sollte die EMA den Impfstoff im Mai freigeben, rechnet man schon dann mit einer ersten Lieferung von zehn Millionen Dosen.

Moskau

22.04.2021, 12:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Moskau: Eine Lieferung des Corona-Impfstoffes Sputnik V steht in einem Flugzeug der argentinischen Fluggesellschaft Aerolineas Argentinas.

Moskau: Eine Lieferung des Corona-Impfstoffes Sputnik V steht in einem Flugzeug der argentinischen Fluggesellschaft Aerolineas Argentinas. © picture alliance/dpa/telam

Auf seiner Moskau-Reise hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Donnerstag mit Russlands Gesundheitsminister Michail Muraschko den gemeinsamen Kampf gegen die Corona-Pandemie erörtert. Wie Kretschmer im Anschluss berichtete, habe er den Eindruck gewonnen, dass der Zuspruch, sich impfen zu lassen, in Deutschland größer sei als in Russland.

Obwohl in Russland neben Sputnik V noch zwei weitere Impfstoffe zur Verfügung stehen, gibt es keinen Run auf Impftermine. Derzeit führt die Europäische Arzneimittelagentur EMA Gespräche in Moskau im Zusammenhang mit der Zulassung von Sputnik V in der EU. Kretschmer sagte, er hoffe, dass es im Mai soweit sei und dann könnte Deutschland drei Mal 10 Millionen Impfdosen bekommen. Heruntergebrochen auf Sachsen nach dem sogenannten Königssteiner Schlüssel könnten das etwa 500.000 Dosen für den Freistaat sein. Sputnik V werde in Sachsen sehr großen Zuspruch bekommen, da sei er sich sicher, sagte Kretschmer.

Erst am heutigen Donnerstag wurde bekannt, dass das Kanzleramt mit einer baldigen Aufhebung der Impfpriorisierung in Deutschland rechnet. Hintergrund ist die Vielzahl von Impfdosen, die man in den kommenden Wochen erwarte.

Am Donnerstag Vormittag hatte Kretschmer nach einem Rundgang über den Roten Platz am Grabmal des unbekannten Soldaten an der Kreml-Mauer einen Kranz niedergelegt. Dabei sagte er, es sei wichtig, sich der eigenen Geschichte zu stellen.

„Wir tragen Verantwortung dafür, dass das, was geschehen ist, nicht in Vergessenheit gerät“, betonte der CDU-Politiker, der sich dann extra noch einmal am Gedenkstein für die Stadt Leningrad verneigte, die im zweiten Weltkrieg 28 Monate von der deutschen Wehrmacht belagert wurde und auf Befehl Hitlers ausgehungert werden sollte. „Da haben die Deutschen viel Schuld auf sich geladen“, mahnte Kretschmer.

RND

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt