Kruso

Lutz Seiler

Als Mitfavorit für den Deutschen Buchpreis, der am 6. Oktober verliehen wird, gilt Lutz Seilers "Kruso".

28.09.2014, 12:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kruso

Edgar Bendler, der nach dem Tod seiner Freundin psychisch labil und selbstmordgefährdet ist, flieht im Sommer 1989 nach Hiddensee, wo er sich als Abwäscher verdingt. Dort trifft er auf den charismatischen Kruso, der eine Art Gemeinschaft der im DDR-System Gestrandeten aufgebaut hat.

In seinen besten Momenten entwickelt dieser Roman eine magische Kraft. Der Personaltisch im "Klausner" - so heißt die Gastwirtschaft - erinnert gar an die Gemeinschaft der Jünger um Jesus Christus.

Auf der anderen Seite steht eine gewisse Zähig-, Freud- und Humorlosigkeit, die sich durch den gesamten Roman zieht. Kruso, mit dem Edgar bald eine Freundschaft mit homoerotischen Zügen verbindet, wird angebetet wie ein Sekten-Guru. Zur Identifikationsfigur taugt niemand in diesem Buch.

Lutz Seiler: Kruso, 484 S., Suhrkamp, 22,95 Euro, ISBN 978-3-5184-2447-6.

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