Künstler setzen „Zeichen gegen den Krieg“

Ausstellung im Lehmbruck-Museum

Durch die Nachrichten ziehen sich die Bilder von brennenden Häusern und verzweifelten Flüchtlingen. Die ganze Welt scheint ein Krisenherd zu sein. Mona Hatoum gibt diesem Eindruck mit ihrem elektrifizierten Globus "Hot Spot III" eine Form. Schon 2006 ist das Kunstwerk, das in der Schau "Zeichen gegen den Krieg - Antikriegsplastik von Lehmbruck bis heute" im Duisburger Lehmbruck Museum zu sehen ist, entstanden. Wie der Krieg ist es aktuell geblieben.

DUISBURG

, 08.09.2014, 17:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die ganze Welt als Krisenherd zeigt »Hot Spot III« von Mona Hatoum.

Die ganze Welt als Krisenherd zeigt »Hot Spot III« von Mona Hatoum.

Bis 7. Dezember
Lehmbruck Museum Duisburg, „Zeichen gegen den Krieg“, 11.9. (Eröffnung 19 Uhr)-7.12., Friedrich-Wilhelm-Straße 40, Mi-Sa 12-18 Uhr, Do bis 21 Uhr, So 11-18 Uhr. Begleitprogramm mit Filmen, Vorträgen und Führungen.

Während sich Farocki und Ehmann mit der Fiktion des Krieges beschäftigen, verarbeiten viele der 21 Künstler in Skulpturen, Rauminszenierungen, Wand-, Video- und Fotoarbeiten ihre eigenen Kriegserfahrungen. So auch Wilhelm Lehmbruck, dessen Schaffen Ausgangspunkt der Schau darstellt, die Teil des Verbundsprojekts „1914 – Mitten in Europa“ des Landschaftsverbands Rheinland ist. Unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges erschuf der Bildhauer 1915 die Skulptur „Der Gestürzte“. Den Entwurf für das Bildnis eines gefallenen Menschen reichte Lehmbruck 1916 bei einem Wettbewerb für ein Heldendenkmal ein. Es wurde abgelehnt, widersprach es doch zu sehr der Idealvorstellung des heldenhaften Kriegers.  Heute gilt das eindringliche Monument gegen Krieg, Gewalt und Unterdrückung als ein Schlüsselwerk der Antikriegsplastik.

Wie Lehmbruck hat auch der Künstler Danh Vo den Krieg selbst erlebt. Als er Kind war, floh seine Familie mit ihm aus Vietnam. Seine Arbeit ist eine der beeindruckendsten der Schau. Der Künstler hat die Freiheitsstatue in Originalgröße nachgebaut und in 300 einzelne Teile zerlegt. Die Fragmente sind an Orten auf der ganzen Welt zu sehen, fünf davon, darunter ein Teil der Stola, in Duisburg. Die Botschaft der Freiheit ist weltumfassend, und im selben Moment wird sie gefährdet und brüchig. Durch den Krieg.    

Bis 7. Dezember
Lehmbruck Museum Duisburg, „Zeichen gegen den Krieg“, 11.9. (Eröffnung 19 Uhr)-7.12., Friedrich-Wilhelm-Straße 40, Mi-Sa 12-18 Uhr, Do bis 21 Uhr, So 11-18 Uhr. Begleitprogramm mit Filmen, Vorträgen und Führungen.

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