Künstlerpaar verkauft Bochum und Emsdetten

Grundstücke "abgepaust"

Große Bilder auf Büttenpapier hängen im Atelier von Susanne von Bülow an der Schulstraße in Münster. Sie zeigen Pflastersteine und Gullydeckel und sehen aus wie von der Straße abgepaust. Das sind sie auch: Von Bülow und ihr Mann Ruppe Koselleck sind im Münsterland und im Ruhrgebiet mit einer Planierwalze über das Papier gefahren.

NRW

von Von Manuel Jennen

, 07.11.2012, 17:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Künstlerin Susanne von Bülow vor einem Druck der Bochumer Innenstadt.

Künstlerin Susanne von Bülow vor einem Druck der Bochumer Innenstadt.

Drei Quadratmeter um einen Gully in Emsdetten gibt es für 630 Euro, drei Quadratmeter vor dem Lehmbruck-Museum in Duisburg sind 1200 Euro wert, und Spitzenreiter ist die Bochumer Fußgängerzone mit 3600 Euro. Stimmt denn der Wert eines Quadratmeters Grund und Boden in NRW mit dem Preis überein, den Künstler üblicherweise für einen Quadratmeter Gemälde verlangen?

„Das kommt auf die Lage an“, sagt Susanne von Bülow. „Emsdetten ist für die Kunst zu billig. Hätten wir hingegen die Königsallee in Düsseldorf planiert, wäre das Bild mit einem Quadratmeterpreis von 15 000 Euro zu teuer geworden.“ Aber wer weiß – sollten die Grundstückspreise in Emsdetten eines Tages explodieren, steigen vielleicht auch die Bilder im Wert. Dann wird der Gully zur Picasso-Taube.

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