Kunst für eine bessere Welt

Projekt "Pottfiction"

Aus der Entfernung sieht das Ding aus wie ein buntes Hippiedorf, was da zurzeit im Schatten der Bochumer Jahrhunderthalle friedlich ruht. In Wahrheit ist das Lager des Projekts „Pottfiction“ eine Schmiede für Denker und Künstler, aufstrebende Jugendliche, die die Welt verändern wollen.

BOCHUM

, 01.07.2015, 05:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Sonntag, 28. Juni, wird dort gesungen, getanzt, getüftelt – und vor allem über die ganz großen Themen der Zeit debattiert: Über Geschlechterkampf, Flüchtlinge oder der Konsum. Das sind Fragen, über die Generationen debattierten und über die wohl noch lange diskutiert werden wird.

Die 80 Teilnehmer von „Pottfiction“, einem städteübergreifenden Jugendtheaterprojekt der „Urbanen Künste Ruhr“, wollen diese Probleme auf ihre ganz eigene Weise angehen und Lösungen für die Zukunft schaffen. Dazu kamen sechs Jugendtheater aus der Region – freie und städtische – zusammen, präsentieren zunächst jedes für sich ein Stück basierend auf einem Thema aus dem aktuellen Diskurs, um im Anschluss darüber zu diskutieren.

Prägendes Erlebnis

Für Bengisu Yüksel (17) aus Bochum ein prägendes Erlebnis: „Ich habe hier so dermaßen viel gelernt, wofür in der Schule gar keine Zeit gewesen wäre“, sagt die frischgebackene Abiturientin. Und mit dem Wissen nun die Welt verändern? Das will sich die 17-Jährige nicht anmaßen, aber: „Die Grundlage und die Ideen dafür habe ich hier aber zumindest gelernt.“

Gelernt werde auch voneinander, sagt Yüksel, die vor allem den Austausch zwischen den verschiedenen Generationen lobt. Martina van Boxen, Leiterin des Jungen Schauspielhauses Bochum, drückt es anders aus: „Es werden Denkanreize geschaffen“, sagt sie und meint die intensiven Diskussionen, die bei den vielen strittigen Themen entstanden sind.

Neben den Polit- und Gesellschaftsdebatten kommt bei dem Projekt, das als Erbe vom Kulturhauptstadtjahr nun zum vierten Mal wiederholt wird, die Kunst nicht zu kurz – immer mit der Leitfrage: Was willst du für die Zukunft tun?

Finale am Sonntag

Da können sich die Teilnehmer der Musik-, Tanz, oder Maskenbildnerseminare glücklich schätzen, dass die benachbarte Jahrhunderthalle bei der Tropenhitze kühle Proberäume bietet. Am kommenden Samstag, 4. Juli, soll dann ab 17 Uhr auf der großen Wiese vor der Jahrhunderthalle das große Finale folgen – ein etwa einstündiges Gesamtkunstwerk aus Tanz, Musik und Vielem mehr, bei dem sich möglichst viele Zuschauer davon überzeugen sollen, wie unsere Zukunft aussehen könnte.

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