Kunstskandale hielten die Menschen 2014 in Atem

Jahresrückblick

Kunstskandale haben das Jahr 2014 geprägt. Ein Rückblick von Achenbach bis Gurlitt und von Chillida in Münster bis zur Warhol-Versteigerung.

NRW

, 30.12.2014, 13:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kunstskandale hielten die Menschen 2014 in Atem

Die Versteigerung der Andy Warhol Kunstwerke "Triple Elvis" (1963) und "Four Marlon" (1966) war ein Kunstaufreger 2014.

Denn die ist 2014 mächtig ins Trudeln geraten. Der aufgeheizte Markt hat die blanke Gier geweckt. Im Zinstief will man wenigstens mit Kunst dicke Gewinne einfahren. Der Bekannteste, der mitverdienen wollte, war bisher Wolfgang Beltracchi, vor drei Jahren als Kunstfälscher verurteilt. In diesem Jahr macht nun Kunstberater Helge Achenbach Schlagzeilen. Dem 62-Jährigen wirft die Staatsanwaltschaft in fast 30 Fällen Betrug vor. Vor dem Essener Landgericht geht es kein bisschen ums Wahre, Schöne und Gute, sondern nur um den Geldwert der Kunst.

Genau diese Haltung hat in diesem Jahr auch zur rechtlich einwandfreien, aber moralisch fatalen Versteigerung der Gemälde von Andy Warhol geführt. „Triple Elvis“ aus dem Jahr 1963 und „Four Marlon“ von 1966 kamen am 13. November bei Christie’s für 121 Millionen Euro unter den Hammer. Das NRW-eigene Unternehmen Westspiel will mit dem Geld die Renovierung des Aachener Kasinos und eine neue Spielbank in der Kölner Innenstadt finanzieren. Museumsdirektoren aus ganz NRW hatten Brandbriefe an die Landesregierung geschrieben – genützt hat es nichts, was etwas schon darüber sagt, wie sehr die Politiker die Museumsdirektoren schätzen (oder eben nicht).

Westspiel besitzt 230 Kunstwerke mit einem geschätzten Gesamtwert von sechs Millionen Euro. In Bremen denkt das Unternehmen darüber nach, zwei Gemälde von Paula Modersohn-Becker zu verkaufen. Auch Münster droht ein Kunstverkauf. Die Portigon AG, Nachfolgerin der in Abwicklung befindlichen West LB, besitzt rund 400 Kunstwerke und möchte die Bank-Skulptur „Toleranz durch Dialog“ von Eduardo Chillida, die im Rathausinnenhof steht, verkaufen. Oberbürgermeister und Bürger sind entsetzt über die Pläne. Das Jahr 2015 wird wohl wieder kein gutes Jahr für die Kunst.

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