Landessportbund schlägt Alarm: „Sport im Freien und für Kindergruppen muss möglich bleiben“

Coronavirus

Das geplante Infektionsschutzgesetz sieht vor, dass Sport im Freien ab einer Inzidenz von 100 wieder stark eingeschränkt wird. Der Landessportbund reagiert mit Unverständnis - und warnt.

Westfalen

, 15.04.2021, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Training für Kinder soll ab einer Inzidenz von über 100 wieder eingeschränkt werden. Der Landessportbund hält dagegen.

Training für Kinder soll ab einer Inzidenz von über 100 wieder eingeschränkt werden. Der Landessportbund hält dagegen. © Bernd Paulitschke

Der Landessportbund NRW hat die geplanten Regelungen für den Sport im neuen Infektionsschutzgesetz scharf kritisiert und die Politik zur schnellen Nachbesserung aufgefordert. Das neue Gesetz sieht vor, dass ab einer Inzidenz von 100 nur noch kontaktloser Individualsport allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands erlaubt ist.

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„Wir verkennen nicht den Ernst der Lage. Aber es ist einfach völlig unverständlich, warum Kinder bis 14 Jahre einerseits von den allgemeinen Kontaktbeschränkungen ausgenommen werden und es ihnen gleichzeitig verboten wird, dass sie zusammen und unter Anleitung Sport treiben“, erklärte LSB-Präsident Stefan Klett am Donnerstagnachmittag in einer Pressemitteilung.

Zustand durch Bewegungsmangels wird noch verschlimmert

„Fast täglich berichten Wissenschaftler über die dramatischen Folgen des Bewegungsmangels in der Corona-Pandemie. Dieser Zustand würde sich durch die jetzigen Formulierungen im Infektionsschutzgesetz noch verschärfen“, so Klett weiter. Auch führende Aerosolforscher hatten zuletzt in einem offenen Brief verdeutlicht, dass Übertragungen im Freien äußerst selten seien und nie zu Clusterinfektionen führten, wie das in Innenräumen zu beobachten sei.

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Die LSB-Führung setzt sich deshalb erneut dafür ein, Sport im öffentlichen Raum und auf offenen Sportanlagen unverändert zu erlauben. Die nordrhein-westfälische Coronaschutzverordnung ermöglicht derzeit - bei einem regionalen Inzidenzwert bis 100 - den Sport für Kinder bis einschließlich 14 Jahre in 20er-Gruppen und bei einem Inzidenzwert von über 100 zumindest in 10er-Gruppen.

Sorge um körperliche und seelische Gesundheit

„Diese Regelung hat sich bewährt und nach unseren Informationen auch nicht zu Clusterinfektionen geführt“, sagt Klett. „Wir bekommen von unseren Vereinen verstärkt die Rückmeldung, dass sie sich um die körperliche, aber vor allem ebenso die seelische Gesundheit ihrer Mitglieder sorgen.“

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Dies betreffe nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern insbesondere auch Senioren. „Solche potenziellen Langzeitschäden müssen bei der Neufassung des Infektionsschutzgesetzes einbezogen werden“, ergänzt LSB-Vorstandsvorsitzender Dr. Christoph Niessen. „Wenn draußen quasi keine Ansteckung droht, sollte altersübergreifend mehr Sport ermöglicht werden - im Zweifel zuerst in kleineren Gruppen, kontaktarm und natürlich Corona-angepasst unter Beachtung von Hygienekonzepten.“

In Dortmund gibt es eine Sonderregelung.Die Stadt fährt eine Teststrategie. Hier dürfen 20 Kinder mit zwei Trainern trainieren, wenn alle einen negativen Schnelltest vorweisen.

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