Landwirte warten noch immer auf die Dürrehilfe

mlzSuper-Sommer 2018

Der trockene Sommer 2018 sorgte für eine miserable Ernte und brachte manchen Landwirt in Existenznot. Doch die zugesagten Hilfsgelder sind noch immer nicht da.

Dortmund

, 26.03.2019, 00:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Dürre 2018 hat viele Landwirte in Nöte gebracht. Doch bis März hat noch keiner der 637 Landwirte in Nordrhein-Westfalen, die einen Antrag auf Dürrehilfe gestellt haben, Geld erhalten. Das bestätigte Bernhard Rüb für die Landwirtschaftskammer NRW auf Anfrage: „Es hat noch keine Auszahlung gegeben. Mag sein, dass schon der ein oder andere Antrag abgelehnt wurde, das geht schneller.“ Erst Ende April werde man eine Zwischenbilanz ziehen können.

Dass die Bearbeitung so lange dauere, liege nicht an der Landwirtschaftskammer, sagt Rüb: „Es ist sehr kompliziert. Das haben wir uns ja nicht ausgedacht. Es gibt dafür kein Gesetz, sondern man hat sich auf Bundes- und Länderebene entschieden, bestehende Gesetze zu nutzen. Da muss natürlich das Bundes- und das EU-Recht beachtet werden.“

„Fragen Sie Ihren Abgeordneten“

Er könne es nicht ändern, dass das Zeit brauche: „Ich kann nur sagen: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Abgeordneten. Wir machen doch keine Gesetze, sondern wenden sie als Obere Landesbehörde nur an.“

Es sei nun einmal so, dass in jedem Einzelfall die Bedürftigkeit nachgewiesen werden und der Ernteausfall mindestens 30 Prozent der Durchschnittsernte der vergangenen drei Jahre betragen müsse. Dann gebe es – auch für den Zukauf von Futter – einen Zuschuss bis zu 50 Prozent. „Kein Geld gibt es, wenn man zu reich ist oder so arm, dass man auch ohne Dürre in Not geraten wäre. Das alles zu prüfen, ist nicht einfach“, sagte Rüb.

Kritik, dass es sich angesichts des bürokratischen Aufwands nicht lohne, einen Förderantrag zu stellen, hält Rüb für Unfug: „Durchschnittlich wurden 24.330 Euro beantragt. Wenn man sieht, dass der durchschnittliche Gewinn eines Haupterwerbsbetriebs bei 40.000 Euro liegt, sind 24.330 Euro schon eine Menge.“

Aus Sicht der Landwirte ist die lange Bearbeitungszeit mehr als ärgerlich. Verena Kämmerling, Referentin beim Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband, sagte auf Anfrage: „Die Antragstellung war schon sehr kompliziert und bürokratisch. Das bestätigt sich jetzt auch bei der Bearbeitung. Der Sinn einer Krisenhilfe ist aber doch, in der Krise zu helfen, und nicht erst, wenn die Krise überstanden ist“, sagte sie.

Das Futter ist aufgebraucht

Eine Pleite aufgrund der Dürre sei ihr noch nicht bekannt, jetzt aber werde es langsam kritisch, denn der Futtermangel sei groß. Das sei das größte Problem. Anders als beim Getreide habe es beim Grünland und Mais massive Einbrüche gegeben: „Das Futter, das eigentlich für den Winter und das Frühjahr gedacht war, musste bereits im Sommer und Herbst verfüttert werden. Die Landwirte müssen also zukaufen. Futtermittel sind knapp und die Preise hoch. Um Futter kaufen zu können, muss Liquidität her“, sagt Kämmerling.

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