Lang Langs Tastenolympiade

ESSEN Eine Tasten-Olympiade mit Lang Lang, einen China-Schwerpunkt, "Schubert-Parallelen", runde Geburtstage, Abschiede von zwei großen Pianisten und ein umfangreiches Kinderprogramm bietet das Klavier-Festival Ruhr zu seinem 20-jährigen Bestehen.

von Von Julia Gaß

, 25.01.2008, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der chinesische Pianist Lang Lang spielt beim Klavier-Festival vier Mal in Essen.

Der chinesische Pianist Lang Lang spielt beim Klavier-Festival vier Mal in Essen.

Die Zahl der Konzerte hat Intendant Franz-Xaver Ohnesorg (Foto) gegenüber 2007 um zehn auf 71 reduziert, dafür aber das Programm mit Schulen ausgeweitet. Mit Videos ist das dokumentiert und bald interaktiv im Internet verfügbar.

Lang Lang ist der Superstar des Festivals. Vier Mal spielt er in der Philharmonie Essen (10./11. und 24./ 25.7.). Zuerst Europäische Erstaufführungen von Tan Dun-Werken, dann mit Daniel Barenboim an zwei Klavieren. Auch mit Landsmann und Absagekönig Yundi Li versucht es das Festival am 21.5. in Duisburg noch einmal. Mauricio Pollini gibt am 23.6. dort, in der Mercartorhalle, eines seiner raren Recitals. Der junge Nikolai Tokarev (25) eröffnet das Festival - auch mit Schubert, dessen Werke sich durch die Programme ziehen.

Säule des Klaviermarathons

Die Stammkünstler sind eine Säule des Klaviermarathons: Grigory Sokolov (13.7., Konzerthaus Dortmund), Rudolf Buchbinder (15.7., Mülheim), Oleg Maisenberg (27.5. mit Gidon Kremer, Philharmonie Essen), Pierre-Laurent Aimard (30./ 31.5. Düsseldorf), András Schiff (2.7. Philharmonie Essen), Martin Stadtfeld (9.6. Tonhalle Düsseldorf), die Labèques (28.5. Duisburg) und Alfred Brendel. Er gibt am 22.7. in Essen sein letztes Konzert in Deutschland. Am Jahresende verabschiedet er sich in Wien von der Bühne. - Wie Elisabeth Leonskaja am 24.6. in Essen.

Dortmund ist mit drei Konzerten im Harenberg-Haus (16./18.5. Levin, 20.7. Rubinstein-Preisträger) und vier im Konzerthaus vertreten. Dort spielt Oleg Polianski am 3.6. zum 100. Geburtstag von Messiaen, Frank Chastenier jazzt am 13.6. und Martha Argerich und Cellist Mischa Masiky treten am 8.7. nach 30 Jahren wieder als Duo auf.

Keine Ausweitung für 2010

Das Programm in Mülheim ist auf vier Konzerte abgespeckt, dafür ist Witten nach vielen Jahren wieder dabei - mit einem Geburtstagskonzert am 22.5. im Saalbau für Stockhausen, der 80 geworden wäre. Auch Bochum ist nur mit vier Abenden vertreten: Am 26.5. spielt Stipendiat Mauricio Valina in Wattenscheid, am 21.6. beteiligt sich das Festival an der "Extraschicht", am 28.6. feiert Paul Kuhn in der Jahrhunderthalle ein Jazzfest zu seinem 80. Geburtstag. Und auch das Finale am 26.7. mit Till Brönner ist jazzig. Den größten Jazzabend gibt Chick Corea am 17.7. in der Grugahalle Essen. 2010 will Ohnesorg das Festival nicht ausweiten - geplant ist eine Kooperation mit NRW-Orchestern.

 Der Vorverkauf beginnt heute um neun Uhr: Tel. 018 05 00 18 12.

Lesen Sie jetzt