Laschet fordert fairen Umgang mit Menschen auf dem Land

Neujahrsansprache

Mehr Verständnis für Menschen, die anders leben als man selbst: In seiner Neujahrsansprache zielt Ministerpräsident Armin Laschet auf Konflikte zwischen Stadt- und Landbewohnern ab.

Düsseldorf

01.01.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Laschet fordert fairen Umgang mit Menschen auf dem Land

Ministerpräsident Laschet fordert mehr Verständnis für andere Menschen. © dpa

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet fordert von Stadtbewohnern mehr Verständnis für die Probleme der Bevölkerung im ländlichen Raum. „Wir brauchen eine neue Fairness in unserem Land, die Unterschiedlichkeiten anerkennt und wertschätzt“, sagte der CDU-Politiker laut vorab verbreitetem Redetext in seiner Neujahrsansprache am Mittwoch.

Diesen Appell bezog Laschet zunächst besonders auf einen faireren Umgang mit Menschen in ländlichen Regionen: Großstädter könnten ohne weiteres den drastischen Ausbau der Windenergie fordern. Wer aber „im Schattenwurf eines Windrads lebt, sieht die Sache vielleicht etwas anders“, sagte Laschet.

Während der Großstädter leicht auf U- und S-Bahn umsteigen könne, sichere das Auto für Millionen Menschen im ländlichen Raum Mobilität. „Sie nervt das Moralisieren derer, die anders leben können, weil sie anderswo leben“, sagte Laschet. Fairness heiße für ihn, den Blick zu bewahren für die Not und die Fragen anderer.

Laschet vermisst Anerkennungen in Sozialen Medien

Als Beispiele nannte er etwa die Kluft zwischen denen, die jeden Cent umdrehen müssten, und jenen, die für ihr Erspartes Negativzinsen zahlen müssen, sowie zwischen dem „Digital Native“, der mit dem Internet großgeworden sei, und Facharbeitern, deren Aufgaben immer mehr von Computern übernommen würden.

Für ein besseres Verständnis füreinander ist aus Sicht des Ministerpräsidenten „das gute, alte persönliche Gespräch“ wichtig, das von der Bereitschaft lebe, anzuerkennen, dass der andere recht haben könnte. Dies vermisst Laschet in den sozialen Medien: Sie böten „leider auch immer mehr die Gefahr der Zuspitzung, des Rückzugs in Filterblasen, in eine Welt derer, die genauso leben und denken, wie man selbst“.

Die Neujahrsansprache wird am 1. Januar 2020 um 19.52 Uhr im WDR-Fernsehen ausgestrahlt und ist zuvor ab 18.00 Uhr in der Mediathek des WDR. dpa

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