Laschet kündigt veränderte Impfstrategie an und fordert neuen Regierungsstil

Coronavirus

Im NRW-Landtag äußerte sich Ministerpräsident Laschet über mögliche Lockerungen und die Impfstrategie. Außerdem ging er auf Schnelltests an Schulen ein und kritisierte den Regierungsstil.

Düsseldorf

24.03.2021, 12:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ministerpräsident Armin Laschet kritisiert den Regierungsstil.

Ministerpräsident Armin Laschet kritisiert den Regierungsstil. © picture alliance/dpa

Nach der massiven Kritik an den Oster- und Lockdown-Beschlüssen der Bund-Länder-Runde hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) einen neuen Regierungsstil gefordert. Die Ministerpräsidentenkonferenz habe die Menschen enttäuscht, sagte Laschet am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag. „Wir können so nicht weitermachen“. Wenig später wurde in einer kurzfristig anberaumten Bund-Länder-Runde denn auch bekannt, dass die Osterruhe gekippt wird.

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In seiner Rede vor dem Landtag ging Laschet außerdem auf mögliche Öffnungen ein. Nordrhein-Westfalen wolle in etwa einem halben Dutzend Modellregionen Öffnungen coronabedingter Einschränkungen mit strengen Schutzmaßnahmen und Testkonzepten erproben, kündigte er an. Die Landesregierung solle befristeten Projekte „schnell nach Ostern möglich machen“.

Dann könnte etwa erprobt werden, mit negativem Corona-Test wieder Kinos, Sport- oder Kulturveranstaltungen zu besuchen. In den nächsten Tagen würden die ausgewählten Orte vorgestellt. Viele hätten sich angeboten, berichtete Laschet. Die Auswahl werde alle Regionen des Landes abbilden und Kreise ebenso wie große Städte. „Lockdown ja, Lockdown nein müssen wir überwinden“, sagte der CDU-Bundesvorsitzende. Vorbildlich seien die Öffnungskonzepte in Tübingen. „Wir brauchen Tübingen überall“, allerdings „nicht Tübingen kopiert“, sagte Laschet, der darüber hinaus auf fehlende Corona-Test einging.

Laschet kündigt Änderung der Impfstrategie an

Laut ihm sind inzwischen rund 1,8 Millionen Corona-Schnelltests an die allermeisten weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen geliefert worden. Schulen, in denen dieses Material für einen ersten Test der Schüler noch vor den Osterferien nicht angekommen seien, sollten sich melden, unterstrich Laschet. Solche „Einzelfälle“ würden „sofort gelöst“.

Die meisten Schulen erhielten auch in dieser Woche noch die Pakete für zwei Testungen pro Schüler nach den Osterferien, so dass die Versorgung in jeder Schule gesichert werde. Ziel sei es, dass künftig alle Lehrer, Schüler und Erzieher in Kitas zweimal wöchentlich getestet werden können, so Laschet.

Ein weiterer Teil seiner Rede bezog sich auf die Impfreihenfolge. Laschet kündigte eine flexiblere Vorgehensweise an, um das Impftempo im Land zu erhöhen. Das NRW-Gesundheitsministerium werde noch am Mittwoch einen Erlass herausgeben, dass die komplette zweite Prioritätsgruppe geöffnet werde. Das seien die Menschen zwischen 70 und 80 Jahren und andere Gruppen. Damit könnten die Ämter vor Ort noch schneller agieren.

In einigen Bezirken mit mehr sehr alten Menschen seien die Impfungen der Personen ab 80 Jahre aus der ersten Prioritätsgruppe noch nicht abgeschlossen. In anderen Bezirken sei diese Altersgruppe dagegen schon geimpft, sagte Laschet. Daher sei es richtig, mehr Flexibilität zu geben.

„Wir werden hier noch mehr Tempo reinlegen“, sagte Laschet. Nach Ostern werde „in den ersten April-Tagen“ der Übergang der Impfungen in die Hausarztpraxen kommen mit der Bitte, die chronisch Kranken zu bevorzugen und alles was da sei, möglichst schnell zu verimpfen. „Das ist der Schlüsselweg, um aus dieser Pandemie herauszukommen.“

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dpa/leel

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