Leere Strände in Brasilien: Fast 100 Schildkrötenbabys schaffen es ins Meer

Coronavirus

In der brasilianischen Stadt Paulista gelten seit dem 21. März Ausgangsbeschränkungen. Das kommt den Jungtieren der Schildkröten zugute. Diesen Gefahren sind sie normalerweise ausgesetzt.

Paulista

04.04.2020, 11:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
97 Schildkrötenbabys schafften es am Strand von Paulista ins Meer. (Archivfoto)

97 Schildkrötenbabys schafften es am Strand von Paulista ins Meer. (Archivfoto) © picture alliance/dpa

Die Corona-Krise bringt bei all den negativen Auswirkungen auch positive Entwicklungen für manche Tierarten mit sich. An einem Strand der Stadt Paulista im brasilianischen Bundesstaat Pernambuco sind nun fast 100 Schildkröten einer bedrohten Art geschlüpft – sie haben es ungestört ins Meer geschafft.

Weniger Gefahren durch Ausgangsbeschränkungen

Die Echte Karettschildkröte ist aufgrund der leeren Strände im Zuge der Corona-Krise weniger Gefahren ausgesetzt, wie “The Guardian” berichtete.

Strandbesucher, Fußgänger und Haustiere bleiben wegen der Ausgangsbeschränkungen seit dem 21. März den beliebten Stränden in Brasilien fern. Lediglich andere Wildtiere wie beispielsweise Vögel werden den Schildkröten zur Gefahr.

Jungtiere müssen über den ganzen Strand wandern

Wenn die Babys der Meeresschildkröten aus den Eiern am Rande des Strandes schlüpfen, müssen sie über den ganzen Strand wandern, um ins Meer zu gelangen. Dieses Jahr schafften es 97 Echte Karettschildkröten ins Wasser, so “The Guardian”.

Die Echte Karettschildkröte steht nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen unter internationalem Schutz. Früher wurden die Wassertiere wegen ihres Fleisches, ihrer Eier und des Schildplatts gejagt. Laut “The Guardian” wurden daraus Haarkämme und Brillengestelle gemacht. Die Tiere werden bis zu 118 Zentimeter lang und 85 Kilogramm schwer.

RND/am