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Nach 32 Jahren neue Sitzordnung im Kirchenschiff

12.09.2008

Legden Die Kirchentür schwingt auf und gibt den Blick frei auf das Wurzel-Jesse-Fenster hinten im Chorraum - das älteste erhaltene Kirchenfenster im Münsterland. Wer direkt nach vorne laufen möchte, um die berühmten bunten Motive zu betrachten, stieß auf Holz: das Holz der Kirchenbänke, die sich in langen Riegeln durch den Kirchenraum zogen - bis Mittwoch. Seitdem hat die Brigida-Kirche ihren alten Mittelgang zurück.

Während Moses nur den Stab zu heben brauchte, damit sich das rote Meer teilt, mussten die Mitglieder des Kirchevorstandes fleißig arbeiten, um die geschlossene Reihe der Kirchenbänke nach links und rechts zu scheiden - erst einmal probeweise, wie Pfarrer Christian Dieker sagt.

Besucher begeistert

Selten sind an den Werktagen so viele Gemeindemitglieder ins Gotteshaus gegangen wie in den beiden folgenden Tagen - einfach mal nachschauen, wie die Kirche jetzt aussieht. "Wirklich ein Gewinn", sagt eine Frau Freitagmittag. Und ein jüngerer Mann, der die Pfarrkirche nie anders erlebt hat als mit den alten Querbänken, reibt sich begeistert die Augen. "Das ist ja jetzt viel luftiger."

32 Jahre ist es her, dass die Bänke nach der umfangreichen Kirchenrenovierung zusammengerückt wurden - aus guten Gründen, wie Pfarrer Dieker referiert. Damals habe die Gemeinde zum einen die Chance genutzt, mehr Sitzplätze zu schaffen. Zum anderen habe sie die theologische Vorstellung der Geschlossenheit des Volkes Gottes symbolisch umgesetzt.

100 Plätze fallen weg

Die Bänke auseinander ziehen, bedeute auf keinen Fall, das Kirchenvolk aufzuteilen, beeilt sich Dieker klarzustellen. Er ist auch sicher, dass heute die vor Jahrzehnten noch übliche westfälische Aufteilung - auf der einen Seite die Männer, auf der anderen die Frauen - keine Chance mehr habe.

Hatte die Kirche seit 1976 500 Sitzplätze, sind es jetzt 100 weniger. Pfarrer Dieker geht dennoch davon aus, dass alle Gottesdienstbesucher einen Platz finden. Nur bei großen Beerdigungen oder zu Weihnachten könnte es eng werden, aber dann ließen sich auch noch immer Stühle dazu stellen. Von den einst 28 Bankreihen sind 25 übrig geblieben. Sie müssten jetzt - vorausgesetzt, die Gemeinde beschließt, dass der Mittelgang bleiben soll - teilweise gekürzt werden. "Dafür müssten wir dann aber Spenden sammeln", so Dieker. Denn das Bistum finanziere nur Maßnahmen zur Bestandserhaltung, nicht aber zur Verschönerung. sy-