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Sopranistin Helen van Almsick gibt ihr letztes Konzert

In Büren

Ganz entspannt sitzt Helen van Almsick auf ihrem Sofa. In der Hand eine Tasse Tee. Immer wieder nippt sie daran. Dass am Sonntag ihr letztes Konzert als Sopranistin sein wird, merkt man ihr nicht an. Sie hat schon genug andere Pläne für die Zeit nach ihrer aktiven Karriere als professionelle Sängerin. Wehmütigkeit kommt gar nicht erst auf.

LEGDEN

von Von Jessica Beck

, 02.11.2012
Sopranistin Helen van Almsick gibt ihr letztes Konzert

Helen van Almsick ist keineswegs traurig über ihren letzten Auftritt auf der Bühne. Eher freut sie sich auf Neues.

s ist ein Kindheitstraum, den sich Helen van Almsick mit ihrer Berufswahl erfüllt hat. „Ich wusste schon als Kind, dass ich Sängerin werden und mit Musik mein Geld verdienen will“, erzählt sie. 20 Jahre lang hat sie ihre Stimme gehegt und gepflegt. Immer besorgt darum, sich zu erkälten. „Ich freue mich schon darauf, dass es mir bald egal sein kann“, sagt sie. Am Sonntag wird sie in Stadtlohn-Büren zum letzten Mal auf der Bühne stehen, wo sie als Sopran in St. Carl Borromäus geistliche Lieder von Georg Friedrich Händel singen wird. Ihre musikalische Karriere begann Helen van Almsick mit einem Geigenstudium in den USA, wo sie geboren ist. „Ich war früh mit der Schule fertig. Für ein Gesangsstudium war es da zu früh, weil die Stimme noch nicht voll entwickelt war“, erklärt sie. Als ihre Gesangslehrerin schließlich das Okay gab, studierte sie an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt Operngesang. In Darmstadt am Theater war es auch, wo sie vier Jahre lang arbeitete. „Aber dann habe ich festgestellt, dass die alte Liebe, wegen der ich immer Sängerin werden wollte, die Kirchenmusik ist“, erzählt van Almsick. Das harte „Ellenbogengeschäft“ am Theater war nicht ihr Fall. Also fing sie an, als freiberufliche Oratoriensängerin zu arbeiten und parallel dazu Gesangsunterricht an der Uni Gießen zu geben. „Das war eine tolle Zeit. Die Studenten waren fast so alt wie ich. Da gab‘s viel Austausch, das hat meine gesangspädagogische Laufbahn geprägt“, erinnert sie sich.

Mit Anfang 30 überlegte sie sich, was sie macht, wenn sie nicht mehr singen kann. „Die Stimme ist ein biologisches Instrument, dass sich immer weiter abnutzt und man kann sich kein neues kaufen“, erklärt die 42-Jährige. „Man muss an der Stimme arbeiten, um fit zu bleiben. Wie bei einem Hochleistungssportler.“ Fit wollte van Almsick auch sein, wenn sie mit dem professionellen Singen aufhört. Deswegen schaffte sie sich ein weiteres Standbein, indem sie eine Ausbildung zur Supervisorin machte und seitdem Menschen unterschiedlicher Berufsgruppen berät. Denn van Almsick kann nicht nur singen, sondern auch gut zuhören. „Ich bin Spezialistin, was Stimmungen angeht. Ich arbeite als Supervisorin nicht nur mit Musikern, sondern lerne viele neue Berufsgruppen kennen.“

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