LKW blockierten trotz Fahrverbot die A2: „Für 60 Euro und einen Punkt kannst du’s riskieren“

Schneechaos auf der A2

Stau gab es vorher schon - trotz Verbotes fuhren einige LKW und blockierten die A2 noch weiter. Die Spediteure standen unter Druck und ermutigten die Fahrer zum Teil zum Brechen der Regeln.

09.02.2021, 12:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lastwagen stauen sich auf der A2.

Lastwagen stauen sich auf der A2. © picture alliance/dpa

Das nächtliche Schneechaos auf der A2 ist aus Sicht der Autobahn GmbH Westfalen maßgeblich durch Lastwagenfahrer mitverursacht worden, die sich nicht an das Autobahn-Fahrverbot bis 22.00 Uhr gehalten haben. Viel zu viele Lastwagenfahrer hätten das Verbot missachtet, sagte Autobahn-Sprecher Bernd Löchter am Dienstag in Hamm.

Die Aufhebung des Verbots ab 22.00 Uhr habe die Situation dann auch nicht mehr deutlich verschlimmert. „Staus hatten wir ja da schon. Da hatten wir schon Not durchzukommen. Insofern war es da eigentlich schon zu spät.“ Grund für die Aufhebung des Fahrverbots zu 22.00 Uhr seien Informationen gewesen, dass die starken Schneefälle nach Norden wegzögen, sagte Löchter.

Spediteure haben im Sekundentakt angerufen

Dann habe die Behörde keinen Grund mehr gesehen, ein Lkw-Verbot aufrechtzuerhalten, zumal die Not der Spediteure groß sei, fahren zu müssen, um ihre Lieferketten und Termine einzuhalten. „So ein Verbot hält man nicht länger aufrecht als unbedingt nötig“, sagte Löchter. „Die haben hier im Sekundentakt angerufen, ich habe Telefonate mit Polen, mit Holland geführt.“

Bei so schweren Schneefällen wie in der vergangenen Nacht stoße jeder Winterdienst an seine Grenzen, sagte Löchter. Irgendwann seien Schneedecken festgefahren, sodass auch Salz nicht mehr weiterhelfe. Die 440 Einsatzkräfte der Autobahnmeistereien in Westfalen arbeiteten an der Belastungsgrenze, sagte der Sprecher. Aber wenn Lastwagen quer stünden und die Fahrbahn blockierten, könnten sie auch nichts ausrichten.

LKW-Fahrer setzen sich über Verbote hinweg

Ein Lastwagen habe sogar - noch während des Fahrverbotes - ein Einsatzfahrzeug links überholt, sagte Löchter. Ein Lastwagenfahrer habe ihn angerufen und gefragt, was Verstöße kosteten. Der Chef des Mannes habe vorher zu dem Fahrer gesagt: „Ein Punkt und 60 Euro Strafe - dafür können Sie’s doch ruhig riskieren“, berichtete Löchter. Die Durchsetzung der Verbote sei Sache der Polizei, nicht seine, sagte Löchter. Er könne die Wirksamkeit der Bußen nicht beurteilen.

dpa

Lesen Sie jetzt
Meistgelesen