Loriot bringt "Ring der Nibelungen" auf den Punkt

Theater Hagen

Die Rheintöchter sind Schuld, dass Wagners "Ring der Nibelungen" ausufernde 16 Stunden dauert - meinte zumindest Loriot. Er stellte einen verkürzten, humoristischen Einführungsabend zusammen: "Der Ring an einem Abend", nun im Theater Hagen zu sehen.

HAGEN

von Von Karsten Mark

, 10.10.2011, 13:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Loriot-Sofa ist auch dabei: Marilyn Bennett (Fricka/ Roßweiße) und Sprecher Hartmut Volle.

Das Loriot-Sofa ist auch dabei: Marilyn Bennett (Fricka/ Roßweiße) und Sprecher Hartmut Volle.

Keine Frage, besonders schlau war es nicht von den Rheintöchtern, dass sie den hässlichen Zwerg so sehr unterschätzen, auch noch ihre Spielchen mit jenem Alberich trieben und ihm zu allem Überfluss auch noch ihr größtes Geheimnis über die Macht des Rheingolds anvertrauten.

Das Unheil nahm somit seinen Lauf und lieferte Richard Wagner den Stoff für sein Opus magnum, den "Ring der Nibelungen", eine Opern-Tetralogie mit insgesamt 16 Stunden Aufführungsdauer. "Hätten sie sich, sagen wir mal, ein wenig entgegenkommender gezeigt", kommentierte einst Loriot die Torheit der Rheintöchter, "hätte man sich drei weitere aufwändige Opern ersparen können."Loriot zieht Parallelen zur modernen Gesellschaft 1992 stellte Loriot am Nationaltheater Mannheim einen Einführungsabend zum Ring-Zyklus zusammen, an dem er mit trockenem Humor und überraschenden Parallelen zur modernen Gesellschaft dem Publikum die verwickelte Handlungsstränge und Beziehungsgeflechte des Rings auseinander setzte.

19 Jahre später ist Loriots "Ring an einem Abend" auch am Theater Hagen zu erleben. Intendant Norbert Hilchenbach hatte bereits lange vor Loriots Tod die Produktion schon auf den Jubiläumsspielplan gesetzt. Zwar wird dem Hagener Kurz-Ring kein ausgewachsener Zyklus folgen wie einst in Mannheim. Doch immerhin ist es GMD Florian Ludwig gelungen, Wagners Monumentalmusik, die in der Originalpartitur mehr als 100 Orchestermusiker verlangt, in deutlich abgespecktem Orchestersatz und mit Unterstützung einiger Wagner-erprobter Gastsolisten erfolgreich auf die Bühne zu bringen.Kraftvoller Wotan hinterlässt bleibenden Eindruck In der Rolle des Wotan stand zur Premiere als erster von drei wechselnden Helden-Baritonen Karsten Mewes auf der Bühne, der vor rund vier Jahren bereits als Scarpia in einer Hagener Tosca-Inszenierung einen bleibenden Eindruck hinterließ und nun auch einen sehr kraftvollen Wotan singt.

Als Siegmund und Siegfried gibt der isländische Tenor Jon Ketilsson einen glänzenden Einstand in Hagen. Auch erstmals auf der Hagener Bühne steht die Sopranistin Melanie Maennl, die eine ausdrucksstarke Brünnhilde singt. Ansonsten legt sich in den gut drei Stunden Aufführungsdauer beinahe das gesamte Hagener Solisten-Ensemble mit hörbar hoher Motivation und Freude ins Zeug, was das Publikum zu würdigen weiß.Termine: 13./25.10., 9./19.11., 13./ 23./28.12.; Karten: Tel. (023 31) 20732 18.

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