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Stadthafen steht auf Stahl

LÜNEN Rollen von Walzdraht und andere Stahlprodukte liegen fast an jeder Ecke. Der Stadthafen, so scheint es, hat sich in ein riesiges Stahllager verwandelt.

von Von Peter Fiedler

, 15.11.2007

„Wir erleben einen regelrechten Boom mit Stahl, haben bis einschließlich September 70 000 Tonnen umgeschlagen. Das sind 30 bis 35 Prozent mehr als im Vorjahr“, sagte Andreas Hüsing, der stellvertretende Betriebsleiter. So genanntes Halbzeug, Billig-Stahl, der in Deutschland weiter verarbeitet wird, gab es aus China, Russland, Polen und anderen Ländern zu günstigen Preisen. Da haben die Stahlhändler zugeschlagen.

1000 bis 1200 Tonnen Stahl

 „Schiffe bringen jeweils 1000 bis 1200 Tonnen Stahl zu uns. Wir kommissionieren die Ware zu LKW-Ladungen von 25 Tonnen für Kunden im Umkreis von etwa 100 Kilometern“, erläutert Hafenchef Wilfried Weineck. Weil der Stahl Platz braucht, werden im Stadthafen allmählich die Lagerflächen knapp. 3000 qm konnte man durch den Abbruch der früheren Wohnhäuser Buchenberg 22-24 gewinnen.

Freilager soll gebaut werden

Weitere 4000 qm sollen 2008 hinzu kommen. Die Stadthafen GmbH will die so genannte Hertie-Halle abreißen lassen und dort ein Freilager schaffen. Die Halle heißt so, weil Hertie dort früher ein Lager hatte. Danach befand sich dort zeitweise ein Möbelmarkt. Insgesamt, so Weineck, sei man mit dem Hafengeschäft in diesem Jahr zufrieden. Bis Ende Oktober wurden im Stadt- und Stummhafen 1,163 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, 56 000 Tonnen weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Einen Einbruch von 160 000 auf 100 000 Tonnen gab es bei Recycling-Gütern.

Recycling-Geschäft brummt

„Das Recycling-Geschäft brummt zwar, aber nicht über den Wasserweg. Auf kurzen Wegen wird der LKW bevorzugt“, bedauert Weineck. Man versucht, neue Kunden und neue Güter zu gewinnen. So werden zum Beispiel seit einigen Wochen Holzpellets umgeschlagen. 1200 Tonnen des Heizmaterials lagern in einer der Hafenhallen. Unter dem Strich bleiben die Hafenbetriebe (noch) ein finanzielles Verlustgeschäft. „Aber wir wollen uns der schwarzen Null weiter nähern“, betont Andreas Hüsing.

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