Mann (67) schießt auf Gerichtsvollzieher – vier Verletzte

Angriff in Hessen

Bei einem Ortstermin in einem Mehrfamilienhaus in Hessen eskaliert die Gewalt. Ein Bewohner in dem Haus feuert auf einen Gerichtsvollzieher und dessen Begleitung.

Obertshausen

14.02.2020, 14:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mann (67) schießt auf Gerichtsvollzieher – vier Verletzte

Polizisten und ein Rettungswagen am Tatort in Obertshausen. © dpa

Ein 67-Jähriger hat am Freitag in Obertshausen bei Offenbach auf einen Gerichtsvollzieher geschossen. Der Mann und einer seiner Begleiter wurden dabei schwer verletzt. Ein weiterer Begleiter erlitt ein Knalltrauma. Die beiden Schwerverletzten wurden in ein Krankenhaus gebracht, schweben der Polizei zufolge aber nicht in Lebensgefahr.

Der mutmaßliche Täter sei in seiner Wohnung vorläufig festgenommen worden. Dabei trug er eine leichte Kopfplatzwunde davon. Auch er wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Ob der Schütze ohne jede Vorwarnung feuerte, war zunächst unklar. „Die Verletzten sind noch nicht vernehmungsfähig“, sagte ein Polizeisprecher.

Zwangsräumung?

Die Tat ereignete sich kurz vor 9 Uhr im Stadtteil Hausen. Möglicherweise stand nach Angaben der Polizei eine Zwangsräumung bei dem Deutschen vor. Der Mann habe in einem Mehrfamilienhaus gewohnt, die Schüsse fielen im Eingangsbereich seiner Wohnung. Unklar sei noch, ob der Mann einen Waffenschein hat.

Die genauen Hintergründe und das Motiv des Mannes müssten noch ermittelt werden. Ein Polizeihubschrauber war den Angaben zufolge im Einsatz, um Übersichtsaufnahmen vom Tatort zu machen.

„Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht“

„Man kann vorher etwas über Personen abfragen, aber eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht“, sagte der Vorsitzende des hessischen Landesverbandes des Deutschen Gerichtsvollzieherbundes, Markus Ebertz, am Freitag über die Gefahren für Gerichtsvollzieher.

Die Zwangsvollstrecker werden immer wieder Opfer von Gewaltattacken. In Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis) schoss 2016 ein älterer Mann einem Gerichtsvollzieher in den Kopf. In Nordrhein-Westfalen goss im April vergangenen Jahres eine Frau einem Gerichtsvollzieher eine ätzende Flüssigkeit ins Gesicht.

2018 wurden der Bundesregierung zufolge deutschlandweit mehr als 85.000 Vollstreckungsbeamte im Dienst Opfer von versuchten oder vollendeten Straftaten, zehn Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Der überwiegende Teil sind Polizistinnen und Polizisten, aber auch Mitarbeiter des Zolls, der Feuerwehr oder von Rettungsdiensten. Auch in Hessen stieg die Zahl von 2015 bis 2018 kontinuierlich auf fast 4000 Fälle an. Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor.

RND/dpa