Mann bedroht elfjährige Mädchen: „Freue dich auf Schläge, du Opferkind“

mlzGericht

Ein Mann aus Herne erpresst reihenweise kleine Mädchen. Sie sollen ihm Fotos mit ausgestreckter Zunge schicken. Am Mittwoch ist er verurteilt worden.

Bochum, Herne

, 28.10.2020, 16:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diese Instagram-Posts haben für richtig Angst gesorgt. Immer wieder hat ein Mann aus Herne kleine Mädchen erpresst. Seine Forderung: Die zum Teil erst Elfjährigen sollten ihm Fotos mit weit ausgestreckter Zunge schicken. Weigerten sie sich, schickte er massive Drohungen hinterher. Zum Beispiel diese: „Du bist die nächste, die vermisst wird!“ Am Mittwoch ist der 26-Jährige verurteilt worden.

Einschlägige Vorstrafe

Die Richter am Jugendschöffengericht in Bochum haben ein Jahr Haft auf Bewährung verhängt – wegen Nötigung. Außerdem wurde die Zahlung von 600 Euro an den Kinderschutzbund angeordnet.

Der Angeklagte war bereits Ende 2016 verurteilt worden – wegen eines fast identischen Vorwurfs. Damals hatten es die Richter noch bei einer Geldstrafe belassen. Rund zwei Jahre später kam der Rückfall. Auch eine Therapie hatte den Herner nicht davon abgehalten, wieder kleine Mädchen anzuschreiben.

Nur ein Fetisch?

Im Prozess vor dem Jugendschöffengericht Bochum sprach der 26-Jährige von einem Fetisch. Er habe nie vorgehabt, den Kindern wirklich etwas anzutun. In seinen Posts las sich das allerdings anders.

„Dann freue Dich auf Schläge, Du Opferkind“, stand da zum Beispiel geschrieben. „Ich warte an der Schule auf dich. Pass auf, dass man Dir nicht den Schädel einschlägt.“ Auch den Müttern könne etwas passieren. Manchmal hatte der geständige Angeklagte auch damit gedroht, die Personalien und Telefonnummern der Mädchen im Internet zu veröffentlichen.

Accounts angeblich gelöscht

„Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was das mit einem Kind macht, wenn es so massiv bedroht und unter Druck gesetzt wird“, so Richterin Maren Butscher bei der Urteilsbegründung. Man könne nur hoffen, dass sie geschafft haben, auch weiterhin ohne Angst von der Schule nach Hause zu gehen.

Inzwischen will der Angeklagte all seine Social-Media-Accounts gelöscht haben. „Ich kann nur noch telefonieren und SMS schreiben“, sagte er den Richtern. Auch das sei Teil seiner mittlerweile abgeschlossenen Therapie gewesen. Eine Wiederholungsgefahr bestehe deshalb aus seiner Sicht nicht mehr.

Der Angeklagte hat selbst zwei Kinder. Zwei Söhne. Beide leben bei den Müttern.

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