Marl hat gute Chancen als Standort der Internationalen Gartenausstellung

IGA 2027

Die Parklandschaft in der Marler City hat gute Chance als Standort der Internationalen Gartenausstellung 2027. Ein anderes Projekt in Marl dagegen nicht.

Marl

von Heinz-Peter Mohr

, 19.11.2020, 13:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Stadtmitte als grüne Park-, Kunst- und Architekturlandschaft – mit dieser Idee hat die Stadtverwaltung den Beirat der Internationalen Gartenausstellung (IGA) überzeugt.

Die Stadtmitte als grüne Park-, Kunst- und Architekturlandschaft – mit dieser Idee hat die Stadtverwaltung den Beirat der Internationalen Gartenausstellung (IGA) überzeugt. © Ralf Deinl

Das neu gestaltete, grüne Stadtzentrum soll in sieben Jahren Besucher der Internationalen Gartenausstellung (IGA) anziehen. Mit diesem Plan überzeugte die Stadt Marl den IGA-Beirat und bekam einen Stern: Damit wurde die „Ruhrmoderne Stadt Marl“ mit 32 anderen Revier-Projekten als IGA-geeignet eingestuft.

Die Stadt Marl will die Mitte als Baukultur-Park gestalten – mit grünen Achsen vom Rathausplatz über den City-See zum Alten Friedhof und dem neuen Kulturzentrum Marschall 66. Diesen neuen Park sollen See-Gärten, Kunstwerke sowie Open-Air-Leseangebote attraktiv machen, außerdem Lichtinstallationen und Wasserspiele. Auch die städtebauliche Qualität und der Zeitgeist der Architektur sollen Besuchern vermittelt werden.

Stadt Marl muss zwei weitere Sterne sammeln

Der erste Stern bedeutet noch nicht, dass das Projekt umgesetzt wird. Die Stadt muss zwei weitere Sterne sammeln, damit die Bezirksregierung der Förderung zustimmt. Aber Baudezernentin Andrea Baudek zeigt sich zuversichtlich: „Dieser Stern ist ein Qualitätsmerkmal, er zeigt, dass wir die Anforderungen an ein Premium-Projekt erfüllen. Ich habe keinen Zweifel, dass die Ruhrmoderne kommt.“

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Nun bereitet die Stadtverwaltung einen Wettbewerb für Landschaftsplaner vor. Sie sollen alle IGA-Ideen für den Stadtkern in einem einheitlichen Konzept realisieren. Da die „Ruhrmoderne“ ein Teil des Handlungskonzepts Stadtmitte ist, habe sie gute Chancen auf Städtebau-Fördergelder, erklärt die Baudezernentin.

Marl hat sich noch mit zwei weiteren Projekten für die IGA beworben. Der Volkspark in Alt-Marl soll sich als „Licht-Garten“ mit Gesundheitsangeboten, Kräutergarten, Gastronomie und Veranstaltungen rund ums Mühlenmuseum präsentieren. Diese Idee wird weiter geprüft, bekam aber noch keinen Stern. Entschieden wird hierüber voraussichtlich im Frühjahr 2021.

Drittes Konzept hat keine Chancen

Wohl keine Chance hat das dritte Konzept, das Marl bei der IGA angemeldet hat: das Großprojekt einer Erholungslandschaft auf der Halde Brinkfortsheide. Angedacht hatte das Planungsamt dort einen Sandstrand, eine Bach- und Schluchtenlandschaft, Hängebrücken, eine Gleitseilbahn und vieles mehr.

Andrea Baudek betont, dass die Stadtverwaltung auch unabhängig von der IGA einen hochwertigen Naherholungsort auf der Halde schaffen will. Die geplante Bauschutt-Deponie auf der Nachbarhalde Brinkfortsheide Erweiterung will bekanntlich ganz Marl verhindern.

Auch Bürgerinnen und Bürger, Gewerbebetriebe und Kleingartenvereine können bei der IGA mitmachen. Bei „Mein Garten“, einem der schönsten Projekte, werden sie 2021 oder 2022 aufgerufen, ihre privaten Gärten und Nachbarschafts-Aktionen zu präsentieren.

Das ist die IGA 2027

  • Die IGA ist das größte Gartenfestival in Deutschland, sie findet alle zehn Jahre statt, zuletzt 2017 in Berlin.
  • Jede fünfte Bundesgartenschau ist als IGA angelegt. Die „Internationale Gartenausstellung Metropole Ruhr 2027“ soll nach der Europäischen Kulturhauptstadt 2010 ein weiteres Großereignis sein und Millionen Besucher ins Ruhrgebiet locken.
  • Die Kosten der Gartenausstellung werden mit rund 84 Millionen Euro kalkuliert. 36 Millionen Euro Zuschüsse teilen sich der Regionalverband Ruhr (RVR) und die Städte. Der Rest soll durch Ticket-Einnahmen, Mieten und Sponsoren finanziert werden.
  • Duisburg, Gelsenkirchen und Dortmund stehen bereits als Standorte fest. Neben Marl hat auch der Schleusenpark in Waltrop gute Aussichten.
  • Die IGA Metropole Ruhr gGmbH wird die Gartenausstellung planen und veranstalten. Gesellschafter sind der RVR, die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft und die Städte Dortmund, Duisburg und Gelsenkirchen.
  • Kommunalministerin Ina Scharrenbach hatte kürzlich mit ihrer Schelte, die Revierstädte würden sich um die IGA nicht energisch genug kümmern, für Verwunderung und lauten Widerspruch gesorgt.
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