Massenhafter Kindergeldbetrug in Krefeld aufgedeckt

Kindergeldbetrug

Betrüger sollen in Krefeld jahrelang Kindergeld für Kinder kassiert haben, die gar nicht mehr in Deutschland leben. Entstanden ist ein Schaden in Millionenhöhe.

Krefeld, Düsseldorf

17.12.2019, 14:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Massenhafter Kindergeldbetrug in Krefeld aufgedeckt

Behörden in Nordrhein-Westfalen haben einen massenhaften Kindergeldbetrug in Krefeld aufgedeckt. © Jens Büttner/ZB/dpa

Behörden in Nordrhein-Westfalen haben einen massenhaften Kindergeldbetrug aufgedeckt. Nach Informationen der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ aus Sicherheitskreisen erhielten Familien aus Südosteuropa in Krefeld für rund 90 Kinder Kindergeld, die gar nicht in der Stadt lebten - und das möglicherweise jahrelang. Entstanden sei so ein Schaden in Millionenhöhe.

„Kinder wurden nicht angetroffen“

Den Betrugsverdacht sollen die Behörden bereits seit Längerem gehabt haben. Entsprechende Durchsuchungen habe es bereits vor einem halben Jahr gegeben, ohne diese jedoch öffentlich zu machen, wie die „Rheinische Post“ berichtet. Die Gründe dafür sind unbekannt. Spekuliert werde darüber, dass die Auswertung der Daten sehr lange gedauert haben könnte.

Das Innenministerium bestätigte gegenüber der Zeitung die Durchsuchungen. „Es gab eine gemeinsame Aktion von Polizei und Stadt Krefeld im Zusammenhang mit Kindergeldzahlungen. Dabei wurden Kinder, die eigentlich dort sein sollten, nicht angetroffen“, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums.

Auf die Spur gekommen waren die Ermittler den Sozialleistungsbetrügern, die vornehmlich aus Rumänen und Bulgarien stammen, durch eine umfassende Auswertung von Daten, die verschiedene städtische Krefelder Ämter wie das Jugend- und Schulamt sowie das örtliche Jobcenter zusammengetragen hatten.

Auch Krefelds Oberbürgermeister, Familienkasse und Staatsanwaltschaft sollen unmittelbar in die Ermittlungen eingebunden gewesen sein. Aufgrund dieser Datenbasis führte die Polizei Kontrollen durch, bei denen festgestellt worden sein soll, dass die gemeldeten Kinder gar nicht mehr vor Ort lebten, wie Recherchen der „Rheinischen Post“ ergaben.

RND

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