Matthias Langrock: "Licht aus dem Osten"

Buchtipp der Redaktion

Passend zur Frankfurter Buchmesse - auf der auch in diesem Jahr wieder unzählige Lesebegeisterte erwartet werden - haben sich unsere Redakteure ihre Lieblingsbücher vorgenommen, um sie Ihnen vorzustellen. Matthias Langrock empfiehlt "Licht aus dem Osten. Eine neue Geschichte der Welt".

DORTMUND

von Matthias Langrock

, 21.10.2016, 13:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Buchtipps aus unserer Redaktion.

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Die Ausgangsüberlegung von Peter Frankopans Werk „Licht aus dem Osten“ wird vielen von uns nicht schmecken: Der britische Historiker fordert in seiner „neuen Geschichte der Welt“, dass wir Europäer weniger auf uns selbst schauen, sondern unseren Blick nach Osten wenden sollten. „Das Zeitalter des Westens ist an einem Scheideweg angelangt, wenn nicht gar an seinem Ende“, schreibt er und verweist auf Städte in Kasachstan, Tadschikistan, China oder am Persischen Golf, in denen Wolkenkratzer, Museen und Universitäten en masse entstehen. In diesen Ländern verortet er die Zukunft.

Manches von dem, was Frankopan beschreibt, lässt sich auch aus dem „Weltspiegel“ erfahren. Richtig spannend wird die These durch seinen langen Blick zurück. Die Macht Zentralasiens ist für den Historiker kein neues Phänomen, sondern eines, das es schon zu Zeiten Alexanders des Großen gegeben hat. Auch der habe sich bei seinen Eroberungszügen vor rund 2350 Jahren von Griechenland aus nach Persien orientiert, wo es riesige Städte gab, deren Bewohner ernährt werden konnten, weil es schon damals Bewässerungstechniken oder eine fortschrittliche Landwirtschaft gab. „Keine Sekunde dachte Alexander an Westeuropa, das überhaupt nichts zu bieten hatte“, schreibt Frankopan.

Sein Werk ist zugleich Fundgrube und Mahnung. Eine Mahnung, dass wir uns nicht zu sehr auf Europa und auch nicht auf die USA verlassen sollen. Eine Mahnung, die ganze Welt in den Blick zu nehmen, um nicht abgehängt zu werden.

Informationen zum Buch
Peter Frankopan: Licht aus dem Osten. Eine neue Geschichte der Welt, 941 S., Rowohlt, 39,95 Euro, ISBN 9783871348334.