Medikamente gestreckt: Apotheker aus Bottrop fordert Zulassung zurück

Mann bereits verurteilt

Er streckte wohl tausende Krebsmedikamente, um seinen luxuriösen Lebensstil zu finanzieren. Ein Bottroper Apotheker hat nun gegen den Entzug seiner staatlichen Zulassung als Apotheker geklagt.

Bottrop

21.10.2020, 21:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Medikamente gestreckt: Apotheker aus Bottrop fordert Zulassung zurück

© picture alliance/dpa

Der 2018 zu einer zwölfjährigen Haftstrafe verurteilte Apotheker aus Bottrop geht juristisch gegen die Bezirksregierung Münster vor. Die Aufsichtsbehörde hatte ihm im September die staatliche Zulassung (Approbation) als Apotheker entzogen.

Dagegen klagt der Mann nun vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Die Klage sei am 14. Oktober eingegangen, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Wann die Richter in der Sache entscheiden, ist offen. Der Apotheker wurde wegen Tausender unterdosierter Krebsmedikamente vom Landgericht Essen verurteilt.

Tausende Krebsmedikamente gestreckt

Demnach streckte er die lebenswichtige Medizin seiner Patienten in mindestens 14.500 Fällen aus Habgier, um seinen luxuriösen Lebensstil zu finanzieren. Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte im Juli 2020 das Urteil und das ausgesprochene lebenslange Berufsverbot.

Der Verurteilte war bereits erfolglos gegen eine andere Entscheidung der Bezirksregierung vorgegangen. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte am 10. Dezember 2019 ein vorläufiges Berufsverbot durch die Behörde bestätigt.

dpa

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