Messerattacke auf Schwangere: 19-Jährige verliert Kind und liegt im Wachkoma

Landgericht Bonn

Im Prozess um die Messerattacke auf seine schwangere Ex-Freundin hat ein 27-Jähriger Reue gezeigt. Die Folgen der Tat sind furchtbar. Der gemeinsame Sohn (3) musste die Attacke mitansehen.

Bonn, Siegburg

13.01.2020, 15:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Messerattacke auf Schwangere: 19-Jährige verliert Kind und liegt im Wachkoma

Die folgenschwere Messerattacke auf eine Schwangere wird am Landgericht in Bonn verhandelt. © picture alliance / Oliver Berg/d

Ein halbes Jahr nach einem folgenschweren Angriff auf eine schwangere 19-Jährige in Siegburg hat der Angeklagte am Montag vor dem Bonner Landgericht ein Geständnis abgelegt. „Alles, was ich ihr angetan habe, tut mir unendlich leid“, sagte der 27 Jahre alte Bulgare. „Ich bereue die Tat zutiefst. Ich wollte sie nicht töten. Ich wollte sie nur verletzen, ich hatte soviel Wut und Frust in mir.“

Die Anklage wirft ihm versuchten Mord, gefährliche und schwere Körperverletzung vor. Zwei Monate vor der Tat, so der Angeklagte, hätten sie sich getrennt. Es habe unter anderem Streit gegeben, weil er vermehrt getrunken und spielsüchtig gewesen sei. Auch soll die 19-Jährige einen neuen Freund gehabt haben.

Messer in Nacken und Rücken gestochen

Am Tattag, dem 10. Juli 2019, habe er in Siegburg den gemeinsamen dreijährigen Sohn übernehmen sollen. Bei der Übergabe im Eingang des Mehrfamilienhauses habe ihn jedoch „so eine Emotion überfallen“, dass er „aus Eifersucht über den Mann und Trauer über die Trennung“ das mitgebrachte Messer gezogen und in Nacken und Rücken eingestochen habe.

Anschließend würgte er seine Ex-Freundin mit den Kordeln einer Tasche, bis sie das Bewusstsein verlor. Als die Großmutter der Lebensgefährtin im Treppenhaus erschien, flüchtete er vom Tatort.

19-Jährige erlitt Herzstillstand – Sohn (3) ist verhaltensauffällig

Die 19-Jährige erlitt einen Herzstillstand, konnte jedoch noch reanimiert werden. Sie liegt seitdem im Wachkoma und hat ihr drittes Kind verloren. Der dreijährige Sohn, der den gewalttätigen Angriff auf seine Mutter miterlebt hat, ist verhaltensauffällig.

Lesen Sie jetzt