Missbrauchsfälle Bergisch Gladbach: Chatgruppen-Administrator gesteht

Justiz

Im Missbrauchsprozess von Bergisch-Gladbach hat ein weiterer Angeklagter ein Geständnis abgelegt. Ein 38-Jähriger gestand, Administrator einer Pädophilen-Chatgruppe tätig gewesen zu sein.

Köln

16.12.2020, 20:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Richter im Gerichtssaal mit Strafgesetzbuch (StGB) in der Hand.

Ein Richter im Gerichtssaal mit Strafgesetzbuch (StGB) in der Hand. © picture alliance/dpa

In einem Prozess zum Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach hat der mutmaßliche Administrator einer Pädophilen-Chatgruppe ein Geständnis abgelegt. „Es stimmt leider, ich muss es zugeben“, sagte der 38-Jährige aus dem Westschwarzwald am Mittwoch vor dem Kölner Landgericht.

Im Dezember 2018 habe er die Chatgruppe auf einem anonymen Messengerdienst eingerichtet. Mitglied werden konnte nur, wer sich durch das Teilen von Kinderpornografie als Pädophiler auswies. So habe verhindert werden sollen, dass sich Ermittler in die Gruppe einschleichen, erklärte der Angeklagte.

Chatgruppe spielt zentrale Rolle

Der Deutsche war im Mai 2020 kurzzeitig festgenommen worden. Konkret wirft die Staatsanwaltschaft ihm vor, in elf Fällen anderen Chatpartnern Bildmaterial von Missbrauchshandlungen verschafft zu haben. Ferner wird ihm der Besitz rund 2400 kinderpornografischer Bilder zur Last gelegt.

Die Chatgruppe mit dem Namen „Freunde von...“ spielt eine zentrale Rolle im sogenannten Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach. Zeitweise sollen 76 Nutzer aktiv gewesen sein - gegen viele wird ermittelt.

Einer der Teilnehmer war Jörg L. aus Bergisch Gladbach, der als eine zentrale Figur in dem Geflecht gilt. Eine Durchsuchung in seinem Haus hatte die Ermittlungen in dem Missbrauchskomplex ins Rollen gebracht. Er wurde bereits verurteilt.

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