Mit Kulturagenten im Museum spionieren

Erfolgreiches Modellprojekt

Wovor haben Schüler Schwellenangst? Vor Theatern? Vor Museen? Oder eher vor Konzerthäusern? "Viele Schüler haben Schwellenangst vor allen klassischen Kulturinstitutionen", antwortet Barbara Müller (52). Seit zwei Jahren kämpft die Dortmunderin gegen diese Angst. Und zwar mit Erfolg. Erst kürzlich erzählte eine Schülerin, dass sie ihre Eltern mit in den Dortmunder U-Turm genommen hat, wo auch die Eltern vorher noch nie waren.

DORTMUND

von Von Bettina Jäger

, 21.11.2013, 19:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Geschäftsführerin Sybille Linke (v.l.), Ministerin Sylvia Löhrmann, Künstlerin Barbara Müller und Florian Keller von der Forum K&B GmbH, die das Modellprogramm organisiert.

Geschäftsführerin Sybille Linke (v.l.), Ministerin Sylvia Löhrmann, Künstlerin Barbara Müller und Florian Keller von der Forum K&B GmbH, die das Modellprogramm organisiert.

Ein Einzelfall. Aber doch ein schönes Beispiel, wie das bundesweite Modellprojekt "Kulturagenten für kreative Schulen" funktionieren kann. Die Schauspielerin und Regisseurin Barbara Müller ist eine von 46 "Kulturagenten". Seit zwei Jahren gibt es diese Künstler, die in die Schulen gehen und dort Projekte zwischen den Schulen und den Kultureinrichtungen einer Stadt anstoßen. Barbara Müller etwa gründete die "Kunst-Connection": Jugendliche der Dortmunder Anne-Frank-Gesamtschule schauen Kunstwerke des Museums Ostwall im Dortmunder U an, gestalten ihre eigene Version eines Werkes. Die Ergebnisse werden wiederum im U-Turm ausgestellt. Schwellenangst? Ist jetzt kein Problem mehr.764 Projekte insgesamt

764 solcher Projekte an 138 Schulen gibt es bisher in Deutschland. 22,8 Millionen Euro wird das Modellprojekt bis zu seinem Ende im Jahr 2015 gekostet haben. Die Finanzierung stemmen die Stiftung Mercator, die Kulturstiftung des Bundes (je zehn Millionen Euro) und die Schulministerien der fünf beteiligten Bundesländer. "Die Kinder werden gestärkt", sagte Sybille Linke, Geschäftsführerin des Projektes, gestern. Kooperationen mit der Kulturszene haben sich an den teilnehmenden Schulen verdreifacht. "Kulturelle Bildung öffnet den Blick", lobte NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann im Dortmunder Kulturzentrum Depot. Dort tagen zur Halbzeit des Projektes 350 Beteiligte. Trotz der Erfolge ist unklar, was ab 2015 aus dem Programm wird.

 

 

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