Mit Rockmusik aus der Midlife-Krise

"So viel Zeit" von Frank Goosen

Erstaunlich, dass seit Erscheinen des Buchs vor sieben Jahren niemand auf die Idee gekommen war, den Roman "So viel Zeit" des Bochumer Autors Frank Goosen auf die Bühne zu bringen. Geht es darin doch nicht unwesentlich ums Musikmachen. Jetzt liegt eine Dramatisierung von Stefanie Carp vor, die ihr Bruder Peter Carp im Theater Oberhausen herausgebracht hat.

OBERHAUSEN

, 29.09.2014, 14:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf der Lebens-Baustelle (v.l.): Torsten Bauer, Peter Waros, Klaus Zwick, Henry Meyer und Jürgen Sarkiss.

Auf der Lebens-Baustelle (v.l.): Torsten Bauer, Peter Waros, Klaus Zwick, Henry Meyer und Jürgen Sarkiss.

Nächste Termine
Termine: 1. / 29. / 31.10.; Karten: Tel. (02 08) 857 81 84. 

Bei aller Routine passiert nichts mehr, an das sich später zu erinnern lohnt: „So viel Zeit gefüllt mit nichts – das ist zu wenig.“ Doch im wehmütigen Rückblick auf ihre wild-bewegte Jugendzeit erkennen die Fünf ihre Krise als Chance und brechen aus dem Alltag aus, indem sie ihren Traum einer Hardrockband verwirklichen und dazu auch noch in eine gemeinsame Männer-WG ziehen.

Ist schon diese radikale Wendung wenig glaubhaft, so kommt bei der Bühnenumsetzung erschwerend hinzu, dass die gar nicht so schlecht musizierenden Schauspieler Peter Waros, Klaus Zwick und Torsten Bauer hinterher durch das Profi-Quartett unter Leitung von Peter Engelhardt ersetzt werden. Dessen Niveau würden Hobbymusiker, die von Beruf Schriftsteller, Oberstudienrat, Steuerberater und Arzt sind, im wirklichen Leben wohl kaum erreichen. Fürs Publikum gleichwohl sind die konzertreifen Darbietungen von Rock-Klassikern wie „Child in Time“, „Paranoid“ und „Highway to Hell“ ein besonderer Genuss, zumal die Band in Schauspieler Jürgen Sarkiss auch noch einen begnadeten Leadsänger hat.  

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Termine: 1. / 29. / 31.10.; Karten: Tel. (02 08) 857 81 84. 

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