Mit Rübezahl und einem Cellostar im Melodien-Rausch

Dortmunder Philharmoniker

Es macht zurzeit richtig viel Spaß, den Dortmunder Philharmonikern zuzuhören: Tolle Solisten hat das Orchester und einen Klang, den Gabriel Feltz nach drei Jahren als Generalmusikdirektor nun besonders in den spätromantischen Werken auf Spitzenniveau geführt hat.

DORTMUND

, 21.04.2016, 16:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Johannes Moser am Cello.

Johannes Moser am Cello.

Am Dienstag und Mittwoch schwelgten die Philharmoniker im (trotz Fußball) gut gefüllten Konzerthaus Dortmund im "Melodien-Rausch"; der großartige Solist dieses achten Philharmonischen Konzerts war der Münchner Weltklasse-Cellist Johannes Moser.

Heimweh-Konzert

Als Requiem für die Schwägerin des Komponisten sah der 36-Jährige Dvoráks Cellokonzert. Und mehr an Emotionen und dichtem, sanglichem Ton kann man aus diesem Heimweh-Konzert des Tschechen aus der Neuen Welt kaum herausholen.

Sehr schön fanden die Philharmoniker von Anfang an zu einem slawischen Ton und begleiteten den Solisten wach und in einem guten musikalischen Dialog. Mit der Sarabande aus der ersten Bach-Suite dankte Moser als Zugabe - himmlisch klang die, so zart gespielt, auf seinem Guarneri-Cello von 1694.

Klangwogen

Den "Rausch", den das Konzert im Titel führte, hörte man zu Beginn Carl Maria von Webers Ouvertüre zu "Der Beherrscher der Geister". Gemeint war Rübezahl - eine kaum gespielte Konzertsaalentdeckung war das effektvolle, temperamentvoll gespielte Werk.

Auch in der einzigen Sinfonie von César Franck hörte man am Schluss die Vorliebe der Philharmoniker für die Spätromantik. Farbig und kontrastreich, wie ein Organist, der verschiedene Register zieht, legte Feltz das Werk an, ließ Klangwogen üppig wallen, sorgte aber auch für zarte Intermezzi. - Ein fantastischer Abend.

Lesen Sie jetzt