Die Neuproduktion von Bodyguard überrascht mit Knalleffekten

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Das am Donnerstag in Köln gestartete Musical ist mehr als nur eine Hommage an Whitney Houston. Ihre Figur, den Soul-Star Rachel, interpretiert Aisata Blackman stimmmächtig.

von Britta Helmbold

25.10.2019, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einem Knalleffekt startet „Bodyguard – Das Musical“ im Kölner Musical Dome am Donnerstag: Ein Schuss zerreißt das Geplauder des Premieren-Publikums. Langsam erhellt sich die Szene, lässt eine Schießerei mit dem Leibwächter Frank sichtbar werden.

Nach der Pause gelingt Regisseurin Thea Scharrock noch einmal der Überraschungseffekt – mit ohrenbetäubend laut einsetzender Musik.

Hommaga an Whitney Houston

Doch das Musical ist mehr als eine Hommage an Whitney Houston, die 1992 im Hollywood-Blockbuster – der Soundtrack wurde mit dem Grammy Award ausgezeichnet – sang und mit Kevin Costner spielte. Auch wenn in der Bühnenshow noch mehr Lieder als im Film erklingen, darunter Balladen wie „One Moment in Time“ und Popsongs wie „I Wanna Dance With Somebody“.

Filmstoff auf die Liebesgeschichte verdichtet

Denn Alex Dinelaris hat Nebenhandlungen des Films gestrichen und die Geschichte auf die Konkurrenz der beiden Schwestern Rachel und Nicki zugespitzt. So verdichtet er die Liebesgeschichte zwischen der zickigen Diva Rachel und ihrem schmächtigen Aufpasser Frank auf die tödliche Bedrohung durch einen Stalker.

Termine: täglich bis 3.11. außer 28.10.; Karten: Tel. (0221) 28 01, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet unter www.bodyguard-musical.de

Die Regie lässt das Mörder-Gesicht überlebensgroß als Videoprojektion erscheinen. Die dichte Inszenierung variiert geschickt Krimi-Momente, intime Familien- und Liebesszenen und dynamische Show-Einlagen (Choreografie: Karen Bruce).

Überzeugende Show mit schönem Bühnenbild

Schnelle Szenenwechsel lassen in der knapp zweistündigen Aufführung keine Langeweile aufkommen. Und dafür hat Ausstatter Tim Hatley ein tolles Bühnenbild geschaffen, dessen Wände sich wie Kamerablenden öffnen und schließen.

Das schöne Lichtkonzept von Mark Henderson sorgt für die unterschiedlichen Atmosphären von Star-Glamour bis zum Date in der Bar.

Neuproduktion unterscheidet sich von den Aufführungen 2015

Bereits 2015 war die Produktion in Köln zu sehen. Doch zum Tourneeauftakt sind die Rollen neu besetzt. Nun spielt Aisata Blackman stimmmächtig den Soul-Star Rachel, aber auch Andrea del Solar als ihre Schwester Nicki ist eine starke Konkurrenz. Den Bodyguard verkörpert Jo Weil, der in vier Folgen des Dortmunder „Tatort“ als Callboy Toni auftrat.

Eine überzeugende Show mit erzählerischem Format, die Musical-Fans nicht verpassen sollten.

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