Musik-Märchen mit Feen, Trollen und einer Nixe

Dortmunder Philharmoniker

DORTMUND Ibsens nationalkritisches Drama "Peer Gynt" und Griegs nationalromantische Musik waren noch nie ein Traumpaar, wirken besser getrennt voneinander. Im zweiten Philharmonischen Konzert Dienstag im Konzerthaus Dortmund hätte man sich auch lieber eine der Grieg-Suiten allein gewünscht statt der Fassung mit Auszügen der Musik und Monologen von Michael Kamp.

von Von Julia Gaß

, 19.10.2011, 13:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Frederieke Saeijs spielte Sibelius im Konzerthaus Dortmund.

Frederieke Saeijs spielte Sibelius im Konzerthaus Dortmund.

Im Hall des Mikroports, die wie aus der Halle des Bergkönigs klang, war die Sprechstimme kaum zu verstehen. Das Konzerthaus ist keine Sprechtheaterbühne, und mit über einer Stunde Dauer im zweiten Teil zog sich der Abend in die Länge. Hübsch war die Idee, Sopranistin Julia Amos als Solveig von der Empore singen zu lassen.Aufmarsche der Trolle Weniger gelungen war Peers Serenade, im Sprechgesang intoniert von Michael Kamp. Das erinnerte mehr an einen Kurt Weill-Song als an Grieg. Mihkel Kütson am Pult der Philharmoniker ließ breit musizieren, der Aufmarsch der Trolle hatte bei ihm etwas Dinosaurierhaftes. Schön war die Streicherspielkultur im Pianissimo in Ases Tod.

Pendant zu der norwegischen Feen- und Trollsage war zu Beginn Mendelssohns Nixenmärchen von der schönen Melusine, wogend musiziert. Dazwischen stand das Violinkonzert op. 47 von Sibelius, von der 32-jährigen Niederländerin Frederieke Saejis mit Porzellanton und technisch souverän gespielt.Polnaise für Polarbären Als nordisches Pendant zu Paganini stellt sich Sibelius da vor. Mit ausschweifenden Kadenzen und einem virtuosen Finale, das Musikforscher als "Polonaise für Polarbären" bezeichnet haben. Der 40-jährige designierte Generalmusikdirektor der Niederrheinischen Sinfoniker Krefeld und Mönchengladbach leitete das Orchester zwar genau, aber etwas bürokratisch.

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