Nach „Aktenzeichen XY...ungelöst“: Entscheidender Hinweis in 23 Jahre altem Mordfall

Kriminalität

1996 wurde im Kreis Kleve eine Leiche gefunden. Der Fall konnte seinerzeit nicht gelöst werden. Doch mit Hilfe realitätsnaher Phantombilder des Toten haben die Ermittler neue Hinweise erhalten.

Krefeld

28.08.2020, 21:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mehr als 22 Jahre nach einem Gewaltverbrechen hat die Polizei Krefeld die Fotomontage eines Mordopfers in Rheurdt-Schaephuysen im Kreis Kleve veröffentlicht.

Mehr als 22 Jahre nach einem Gewaltverbrechen hat die Polizei Krefeld die Fotomontage eines Mordopfers in Rheurdt-Schaephuysen im Kreis Kleve veröffentlicht. © Polizei Krefeld

Spektakuläre Bewegung in einem 23 Jahre alten Mordfall: Ermittlern ist es gelungen, das in einer stillgelegten Kiesgrube am Niederrhein entdeckte Mordopfer zu identifizieren, teilte die Polizei in Krefeld am Freitag mit. Der Mann war am 8. Dezember 1996 in Rheurdt im Kreis Kleve an der L 140 entdeckt worden. Der entscheidende Hinweis kam durch die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“.

Seit 1996 ermittelte die Polizei im Mordfall „Sandkuhle“. Bis vor kurzem war es dennoch nicht gelungen, die Identität des Opfers zu klären. Der Mann, der den Spuren zufolge erschlagen wurde, hatte schon länger in der Grube gelegen. Auch das Ausloben von seinerzeit 3000 D-Mark Belohnung brachte die Ermittler nicht weiter. Der Fall wurde zum sogenannten „Cold Case“.

Mit neuer Technik wurden realitätsnahe Phantombilder des Toten erstellt

Mit neuer Technik des Landeskriminalamtes NRW sei es dann im vergangenen Jahr gelungen, realitätsnahe Phantombilder des Toten zu erstellen, so die Polizei. Sie zeigen das Mordopfer, wie es zur Tatzeit im Dezember 1996 ausgesehen haben könnte. Nachdem der Fall - samt Phantomfoto - im August 2019 bei „Aktenzeichen XY“ veröffentlicht wurde, hatten die Ermittler Hinweise erhalten.

Der entscheidende Hinweis führte sie nach Aachen. Die Ermittler suchen nun im damaligen Umfeld des Getöteten im Raum Aachen nach seinem Mörder. Am kommenden Mittwoch sollen in Aachen weitere Details des Falls durch Polizei und Staatsanwaltschaft bekanntgegeben werden. 1996 gab es Anhaltspunkte dafür, dass der Mann aus Polen oder einem anderen osteuropäischen Land stammen könnte. Alle damaligen Ermittlungen, auch im Ausland, verliefen jedoch ohne Ergebnis.

Der Mann war als 35 bis 50 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß, mit leicht gelockten Haaren und mittelblondem Oberlippenbart beschrieben worden. Am rechten Unterschenkel habe sich eine größere ältere Narbe befunden.

dpa

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