Nach Bauern-Protesten: Schweinefleisch bei Lidl wird teurer

Einzelhandel

Seit Wochen protestieren Landwirte gegen die Dumpingpreise im Einzelhandel. Darauf hat Lidl mit einer Preiserhöhung reagiert. Jetzt will auch Aldi mit der Bauern-Protestbewegung verhandeln.

Heilbronn/Damme

10.12.2020, 20:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lidl hat auf die Proteste der Landwirte aus den vergangenen Wochen reagiert und seine Preise erhöht.

Lidl hat auf die Proteste der Landwirte aus den vergangenen Wochen reagiert und seine Preise erhöht. © picture alliance/dpa

Der Discounter Lidl hat als Reaktion auf die jüngsten Protest- und Blockadeaktionen von Landwirten die Preise für Schweineprodukte erhöht. Lidl habe den Einkaufspreis für zehn Artikel aus dem Schweinefleischsortiment um 1 Euro pro Kilogramm angehoben, als Folge steige der Verkaufspreis im gleichen Umfang, teilte Lidl am Donnerstag in Heilbronn mit. Zuerst hatte die OM-Mediengruppe (Vechta/Cloppenburg) über die Preiserhöhung berichtet.

Lidl will 50 Millionen Euro auszahlen

Lidl hatte vergangene Woche schon angekündigt, 50 Millionen Euro zusätzlich an die Landwirte über die Initiative Tierwohl auszuzahlen. Jetzt folge eine weitere Soforthilfemaßnahme für die unter Druck stehenden Schweinebauern, hieß es. Am Freitag will Lidl-Konkurrent Aldi Gespräche unter anderem mit der Bauern-Protestbewegung „Land schafft Verbindung“ führen.

Die sich in Existenznot sehenden Bauern klagen über zu geringe Erzeugerpreise und ein aus ihrer Sicht unfaires Gebaren der Einzelhandelsketten. In den vergangenen zwei Wochen blockierten sie mit ihren Traktoren in vielen Städten Zentrallager.

Interessengemeinschaft sicher, dass Händler nachziehen

Der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) im niedersächsischen Damme, Torsten Staack, begrüßte die Reaktion Lidls. Er gehe davon aus, dass auch die anderen Händler nachziehen werden. Den stark gefallenen Erzeugerpreisen stünden gestiegene Verbraucherpreise gegenüber. „Von den höheren Verbraucherpreisen ist bei den Bauern bislang nichts angekommen.“ Die Diskussion müsse zu einer auch für Bauern nachhaltigen Preispolitik führen.

RND