Nach Gewalttaten in Leipzig: Haftbefehle gegen vier Männer erlassen

Silvesternacht in Leipzig

Die Angriffe auf die Polizei in der Silvesternacht schockieren die Republik. Nun hat das Amtsgericht Leipzig Haftbefehle gegen vier Männer erlassen. Die Vorwürfe gegen sie wiegen schwer.

Leipzig

03.01.2020, 10:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach Gewalttaten in Leipzig: Haftbefehle gegen vier Männer erlassen

Polizisten stehen in der Silvesternacht an einer Kreuzung im Stadtteil Connewitz. Es kam zu Zusammenstößen zwischen Linksautonomen und der Polizei. © Sebastian Willnow/dpa

Das Amtsgericht Leipzig hat Haftbefehle gegen vier Männer erlassen, die in der Silvesternacht am Connewitzer Kreuz in Polizeigewahrsam genommen worden waren. Das bestätigte Tom Bernhard vom Landeskriminalamt (LKA) Sachsen am Freitagmorgen.

Die Männer im Alter von 27, 29, 30 und 32 Jahren waren schon am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt worden. Den drei älteren wird von der Staatsanwaltschaft tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, versuchte und vollendete Körperverletzung sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. Wegen dieser Vorwürfe sei nun auch Haftbefehl erlassen worden, sagte Bernhard.

Hauptverhandlungshaftbefehl erlassen

Gegen den 27-Jährigen wurde ein sogenannter Hauptverhandlungshaftbefehl erlassen, zur Durchführung eines beschleunigten Verfahrens. Ihm wird tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und vorsätzliche Körperverletzung vorgeworfen.

Das LKA ermittelt im Zusammenhang mit den Ausschreitungen in Connewitz außerdem weiterhin wegen versuchten Mordes gegen Unbekannt. Ein 38 Jahre alter Polizist war nach Darstellung der Behörde von teilweise vermummten Tätern angegriffen und schwer verletzt worden. Er wurde daraufhin im Universitätsklinikum Leipzig stationär aufgenommen.

Verwundert über die Polizeimeldung

Die Leipziger Polizei hatte noch am Silvestermorgen berichtet, dass der 38-Jährige notoperiert werden musste. Nun, wenige Tage nach der verhängnisvollen Nacht, kommen jedoch Zweifel an der Darstellung der Polizei auf. Wie die Tageszeitung taz berichtet, sei man im Umfeld des Krankenhauses „verwundert“ über die Darstellung der Verletzung durch die Polizei.

Von einer Notoperation könne keine Rede sein. Es sei ein Eingriff an der Ohrmuschel des Polizisten vorgenommen worden - unter lokaler Betäubung. Laut dem Medienbericht hätte zu keinem Zeitpunkt Lebensgefahr oder ein drohender Gehörverlust bestanden. Der Polizist soll noch am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Reaktion der Polizei auf Medienbericht

Die Polizei selbst reagiert prompt auf den Medienbericht. Ein Sprecher hält dagegen und erklärt der Nachrichtenagentur AFP, welche unter anderem die Zeitungen Die Welt und die Frankfurter Allgemeine Zeitung zitieren, dass der Beamte „schwer verletzt“ gewesen sei und „dringlich operiert“ hätte werden müssen. Von Lebensgefahr für den Kollegen haben die Leipziger Polizei zudem nie gesprochen.

RND/dpa

Lesen Sie jetzt