Nachtstimmungen von Mozart bis Ravel

Dortmunder Philharmoniker

Es waren spannende Begegnungen am Dienstag und Mittwoch im zweiten Philharmonischen Konzert der Dortmunder Philharmoniker im Konzerthaus Dortmund: zwischen Tag und Nacht und zwei Musikern aus dem selben Jahrgang (1979). Der interessante schwedische Dirigent Stefan Solyom, Generalmusikdirektor in Weimar, traf auf den rumänischen Pianisten Herbert Schuch aus Rosenheim.

DORTMUND

von Von Julia Gaß

, 09.10.2013, 15:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stefan Solyom dirigierte das zweite Philharmonische Konzert in Dortmund.

Stefan Solyom dirigierte das zweite Philharmonische Konzert in Dortmund.

"Nacht-Stücke" hieß das Konzert, das Besetzungen von 30 Streichern bis zum gut 70 Musiker starken Orchester mit 30-stimmigem Frauenchor auf die Bühne brachte. In flirrender Nachtstimmung begann der Abend mit drei Nocturnes von Debussys.Auch, wenn der im ersten Satz Wolken (später Licht und Wasser) illustriert hat, vermittelten Orchester und Solymon sehr schön geheimnisvolle Nachtstimmung. Selten ausgeführt wird das Werk - auch, weil im dritten Satz der Frauenchor (Sinfonischer Chor der Chorakademie Dortmund) wie Sirenen singt.

Klavierkonzert nur für die linke Hand  Die Nacht lichtete sich in Ravels Klavierkonzert für die linke Hand. Herbert Schuch spielte den Solopart mit viel Kraft, aber genauso viel Gefühl und imponierte als ein sehr farbiger Gestalter. Der schlichte Bach-Choral passte als Zugabe hervorragend.Mozarts "Kleine Nachtmusik" ist dem Titel nach das Nachtstück schlechthin. Solyom machte deutlich, dass der Klassik-Superhit nicht abgenutzt klingen muss. In forschen Tempi, kraft- und energievoll ließ er musizieren.

Ohne große Gesten, aber motivierend und genau. Er ist einer der interessantesten jungen Dirigenten .

Klangreise vom Dunkel-Drama ins Licht Mit Mozarts "Prager Sinfonie" waren die Philharmoniker am Schluss zwar der nach Uhrzeit in der Nacht, aber musikalisch im Tag angekommen. Eine Klangreise vom Dunkel-Drama ins Licht breitete Solymon aus; in knackigem Mozartton. Der zweite und dritte Satz hätten noch etwas Feinschliff vertragen können.

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