Neuauflage der „Emscherkunst“ könnte 2013 noch spektakulärer gelingen

Großes Kunstereignis

ESSEN. Sie war das spektakulärste Kunstereignis der Kulturhauptstadt: Die "Emscherkunst" erreichte nicht nur über 200 000 Besucher, sie lud auch zu einem anderen Blick auf den vernachlässigten nördlichen Hinterhof der Ruhrregion ein. Ihre Neuauflage, mit der sie 2013 weiter nach Westen bis an den Rhein rückt, könnte noch spektakulärer ausfallen.

von Von Bernd Aulich

, 30.08.2011, 14:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Außergewöhnlich groß" nennt der erneut als Kurator gewonnene Münchner Kunstprofessor Florian Matzner die Begeisterung der auserwählten internationalen Künstler. Ihr möchte er diesmal präzise Aufgaben zur künstlerischen Auseinandersetzung mit Themen wie Ökologie oder Landmarken, Partizipation oder Architektur übertragen.Leuchtturm als Landmarke Daniel Buren aus Paris ist der prominenteste. Eines der Aufsehen erregendsten Projekte ist ein künstlerisch gestalteter Leuchtturm als neue Landmarke im Emscher-Delta am Rhein zwischen Duisburg und Dinslaken. Daran sind mehrere Künstler interessiert.

Paula Hayes aus New York will eine von der Natur zurückeroberte stillgelegte Kläranlage durch einen künstlichen Garten und eine Textinstallation akzentuieren. Anna Witt aus Wien und Elin Winkström aus Göteborg wollen mit der Bevölkerung des sozial schwierigen Stadtteils Duisburg-Beeck ins Gespräch kommen.

Auch der Belgier Hans Op de Beeck, die Schottin Christine Borland, der Mailänder Christian Frosi, der Däne Tue Greenfort, die in New York lebende Australierin Natalie Jeremijenko, der Berliner Reiner Maria Matysik, der Argentinier Tomás Saraceno, die Slowenin Apolonija Sustersic und der Wiener Erwin Wurm haben sich schon vor Ort umgeschaut. Das Architekturbüro West8 aus Rotterdam plant eine weitere Brücke und die Modulierung der Landschaft im Emschertal. Und für ein besonderes Vorhaben ist die als Leiterin des Berliner Ballhauses Naunystraße bekannt gewordene Regisseurin Shermin Langhoff im Gespräch.

Auf Drängen des Gelsenkirchener Kulturreferatsleiters Volker Bandelow mischen diesmal auch die Kunstvereine der Ruhrregion mit. Im Gespräch ist ein Kreativ-Workshop mit Künstlern.

An einem neuen Standort reaktiviert wird eines der originellsten Projekte der ursprünglich als Biennale geplanten "Emscherkunst": die hölzerne Pavillon-Konstruktion "Warten auf den Fluss" der Rotterdamer Gruppe "Observatorium". Sie lud Besucher in den Emscher-Auen zur Übernachtung ein. Den östlichen Rand der Neuauflage markiert Gelsenkirchen mit Olaf Nicolais "Monument for a forgotten Future", einem künstlichen Felsen.

Unter Federführung der Emschergenossenschaft mit dem Land und dem Regionalverband Ruhr als Partnern ist eine enge Kooperation mit der Innovation City Bottrop und dem Emscher-Lippe-Klima-Netzwerk dynaklim im Gespräch.  

Lesen Sie jetzt