Neuauflage von "Footloose" ist altbacken

Tanzfilm im Kino

An dem erfolgreichen Tanzfilm "Footloose" probiert sich nun Regisseur Craig Brewer. Etwas aufgebürstet, aber nah am Original von 1984 bleibt die Neuauflage. Und so leider leicht antiquiert.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 18.10.2011, 17:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ganze Szenen kopiert Regisseur Craig Brewer für seine Neuauflage von "Footloose" aus dem Original von 1984.

Ganze Szenen kopiert Regisseur Craig Brewer für seine Neuauflage von "Footloose" aus dem Original von 1984.

Brewer kopiert ganze Szenen des Originals, sogar McCormacks VW-Käfer ist dabei. Mit dem gelben Spaßmobil brettert er durch die Gegend und beschallt sich mit Heavy Metal. Ungläubig kassiert er einen Strafzettel. Keine laute Musik in Bomont! Wortführer der Anti-Musik-Liga ist der örtliche Prediger (Dennis Quaid), der bei dem Crash vor drei Jahren seinen Sohn verlor. „Footloose“ bringt das bekannte Spiel: Tugendwächter und „moralische Mehrheit“ gegen die aufmüpfige Jugend, die „Ich will Spaß!“ schreit.

Herbert Ross’ Film datiert von 1984, auf dem Tanzboden klangen Breakdance, Pogo, Travolta-Posen an, aber seine geistige Heimat waren damals schon die 50er Jahre. Wo Halbstarke mit Autorennen die Langeweile bekämpften („Denn sie wissen nicht, was sie tun“) und die Mädels dem forschesten Gockel zujubelten. Wo ganze Welten Spießer-Eltern von ihren Kindern trennten. Dieser Generationenkonflikt und der Wertekanon dahinter wirken im neuen „Footloose“ noch viel antiquierter, als sei die Zeit stehen geblieben. Ein Spritzer Ironie hätte für den nötigen Abstand gesorgt, er bleibt aber aus.

So hantiert der Film mit Klischee-Codierungen von gestern: Landeier, Provinzmuff, verknöcherter Prediger. Ein Westentaschen-Rebell propagiert den Rock’n’Roll und gewinnt. Schwarz und Weiß gemeinsam zelebrieren den Rhythmus der Freiheit. An der Oberfläche immerhin ein munter choreografiertes „Let’s Dance“ mit Schmuse-Einlagen. 

Lesen Sie jetzt