Neue Glutnester nach Bränden in deutsch-niederländischem Grenzgebiet

Waldbrände

Die großen Brände sind zwar gelöscht, doch immer wieder lodern Glutnester. An der deutsch-niederländischen Grenze und in Gummersbach geht der Einsatz für die Löschtrupps weiter.

Gummersbach/Viersen

23.04.2020, 09:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
In der Grenzregion brennen seit Montagmittag die Heide und der Wald, vor allem auf niederländischer Seite im Nationalpark De Meinweg.

In der Grenzregion brennen seit Montagmittag die Heide und der Wald, vor allem auf niederländischer Seite im Nationalpark De Meinweg. © picture alliance/dpa

Auch drei Tage nach Ausbruch eines großen Brandes im deutsch-niederländischen Grenzgebiet ist die Feuerwehr weiter in der Region im Einsatz. „Es haben sich mehrere neue Glutnester gebildet, die wir aber im Griff haben“, sagte Einsatzleiter Franz-Heiner Jansen am Donnerstagmorgen.

Die Lage sei „ruhig“. Die Glutnester mit einer Größe von bis zu zwei Metern würden derzeit gelöscht, hieß es am Morgen. Ein Hubschrauber sollte neue Infrarotbilder zur Lagebeurteilung erstellen.

In der Grenzregion brennen seit Montagmittag die Heide und der Wald, vor allem auf niederländischer Seite im Nationalpark De Meinweg. Hunderte Feuerwehrleute, auch aus Deutschland, sind täglich im Einsatz. In der Nacht zum Mittwoch war der rund 4000 Einwohner zählende niederländische Ort Herkenbosch wegen des dichten Qualms evakuiert worden.

„Erste relativ ruhige Nacht“

Glutnester glimmen nach wie vor nach einem großflächigen Waldbrand in Gummersbach. Diese müssten gelöscht werden, sagte der Einsatzleiter am frühen Morgen. Dennoch hätten die Einsatzkräfte eine „erste relativ ruhige Nacht“ hinter sich. Feuerwehrtrupps schritten die Waldschneisen alle 15 Minuten zu Fuß ab, jeweils begleitet von einem Löschfahrzeug. „Das wird uns noch tagelang in dieser Form beschäftigen“, sagte der Einsatzleiter. Für eine Entwarnung sei es zu früh: „Die Lage ist immer noch brenzlig. Wir haben immer noch ein paar Stellen, die uns Kopfschmerzen machen.“

Insgesamt seien in dem Gebiet im Oberbergischen Kreis etwa 50 Hektar Wald abgebrannt, hieß es. Bei den Löscharbeiten seien seit Montag sechs Feuerwehrleute leicht verletzt worden. Der Einsatzleiter berichtete von Kreislaufproblemen bei Einsatzkräften etwa wegen der Hitze und der Belastung. Anwohner verhielten sich „sehr liebevoll“ und versorgten die Feuerwehrleute.

Hunderte Helfer beteiligt

Das Feuer war am Montagmittag ausgebrochen. Am Dienstag brachten die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle. Hunderte Helfer sowie zwei Polizeihubschrauber mit Löschwassergefäßen und Flugfeld-Löschfahrzeuge vom Flughafen Köln Wahn waren beteiligt.

Am Donnerstag wird Landesumweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) in Gummersbach erwartet (10.45 Uhr). Sie hatte an die Bürger in NRW appelliert, umsichtig und aufmerksam zu handeln. „Parken Sie auf befestigten Flächen, damit heiße Autoteile nicht Gras in Brand setzen können und halten Sie die Waldzufahrten für Rettungsfahrzeuge frei.“ Auch gelte es zwingend, das aktuelle Rauchverbot im Wald zu beachten. Wer dagegen verstoße, riskiere das Leben von Mensch und Tier und setze die Natur aufs Spiel.

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