Neuer Corona-Ausbruch: China riegelt Teile von Peking ab

Coronavirus

Nach einem neuen Corona-Ausbruch in Peking sind Teile der Stadt abgeriegelt worden. Betroffen sind mehrere Wohnviertel sowie Schulen und Kindergärten. Das könnte der mögliche Auslöser sein.

Peking

13.06.2020, 08:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Polizisten sichern einen Fleischmarkt, der von den Behörden geschlossen wurde. Ein Besucher des Marktes war am Donnerstag positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Polizisten sichern einen Fleischmarkt, der von den Behörden geschlossen wurde. Ein Besucher des Marktes war am Donnerstag positiv auf das Coronavirus getestet worden. © picture alliance/dpa

Wegen mehrerer neuer Corona-Infektionen in Peking haben die Behörden Teile der Stadt abgeriegelt. Betroffen sind mehrere Wohngebiete, aber auch neun Schulen sowie Kindergärten seien geschlossen worden.

Wie die staatliche Website „Beijing News“ berichtet, stehen die Neuinfektionen in Zusammenhang mit einem Fleischmarkt. Dessen Chef sagte, das Virus sei auf Schneidebrettern nachgewiesen worden, auf denen importierter Lachs verarbeitet wurde. Große Supermarktketten wie Wumart und Carrefour nahmen in der Nacht zu Samstag sämtliche Lachsprodukte aus ihrem Sortiment.

Der Xinfadi-Großmarkt soll „umfassend“ desinfiziert werden. Auch andere Märkte schlossen ihre Tore, um untersucht zu werden.

Reiseverbote verhängt

Inzwischen seien 45 der 517 untersuchten Personen positiv getestet worden. Der Markt wurde geschlossen. Für den Stadtbezirk Fengtai wurden Notstandsmaßnahmen verfügt worden. 10.000 Händler und Beschäftigte des Marktes sollen getestet werden. Vorher hatte die nationale Gesundheitskommission landesweit über sechs lokale Ansteckungen berichtet - alle in Peking. Die neuen Fälle sind die ersten in Peking seit mehr als eineinhalb Monaten.

Vier stammten von dem Xinfadi-Markt, auf den sich daraufhin die Ermittlungen konzentrierten. Die jetzt entdeckten 45 Infizierten zeigen nach Angaben lokaler Medien zunächst keine Symptome.

Zur Eindämmung des Virus untersagten die Behörden auch Sportveranstaltungen und Reisen in andere Provinzen. Am Montag hätten Grundschulen für Erst- und Drittklässler wieder öffnen sollen - die Pläne wurden verworfen.

Polizei kontrolliert Märkte

Schon am Freitag hatten die Behörden zwei Märkte in Peking geschlossen. Reporter berichten von einem massiven Polizeiaufkommen auf den Märkten. Zwei Mitarbeiter eines Fleischforschungszentrums waren positiv getestet worden, nachdem sie kürzlich den Markt besucht hatten.

Die Coronafälle waren laut Behördenangaben die ersten seit zwei Monaten. Die Infizierten hätten Peking in den vergangenen Wochen nicht verlassen.

Die Zeitung „Global Times“ zitierte Experten, nach deren Ansicht die Schließung des Marktes voraussichtlich die Versorgung der Hauptstadt mit Lebensmitteln beeinträchtigen wird. Die Hauptstadt war seit Beginn der Pandemie in Wuhan in Zentralchina vor einem halben Jahr besonders geschützt und auch stärker als andere Städte vom Rest des Landes abgeschottet worden. Die Sicherheitsvorkehrungen waren schärfer als anderswo und erst vor wenigen Wochen gelockert worden.

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