Neuer Leiter Georg Elben will das Museum international ausrichten

Glaskasten in Marl

MARL. Georg Elben Er hat viel vor. (Foto), in Wetter an der Ruhr geboren, aber von der rheinischen Kunstszene in Köln und Bonn geprägt, sprüht als neuer Leiter des Skulpturenmuseums Glaskasten in Marl vor Ideen. Bernd Aulich sprach mit dem als Kurator erprobten 47-Jährigen.

von Von Bernd Aulich

, 29.08.2011, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gerg Elben ist der neue Leiter des Skulpturenmuseums Glaskasten in Marl.

Gerg Elben ist der neue Leiter des Skulpturenmuseums Glaskasten in Marl.

Was hat Sie gereizt, die Leitung des drittjüngsten Museums unter den RuhrKunstMuseen zu übernehmen, das zu den kleinsten zählt? Ich habe seit 2003 die Videonale in Bonn geleitet. Sie ist fast so alt wie der Marler Videokunstpreis. Wenn man als Kunsthistoriker praktisch arbeiten möchte, ist die Arbeit mit einer Sammlung spannend. Hier in Marl gibt es eine Menge an Überschneidungen mit meinen Interessensgebieten. Ich habe mich schon im Studium stark mit Skulptur beschäftigt. Die Auseinandersetzung mit Medien ist hier die zweite große Säule.Sie gelten als Spezialist für Videokunst, eine Sparte, die es beim breiten Publikum schwer hat. Wie könnte man das ändern? Bei der Videokunst haben alle spitze Finger. Nicht nur das Publikum sondern auch die meisten Museen. Es gibt gar nicht mehr so viele spezialisierte Videokünstler. Künstler benutzen Videos, wie sie einen Bleistift benutzen. Es war ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit für die Videonale, zu überlegen, wie Rezeptionsbedingungen für das Publikum aussehen können, die leichter sind.Wie lässt sich das Profil des Skulpturenmuseums Glaskasten, das es mit seinem Videokunst-Preis und seinem Klangkunst-Preis ja schon hat, noch schärfen? Mit den Skulpturen. Mit den Skulpturen im Außenraum werde ich mich in den nächsten Jahren ganz stark beschäftigen. Sie haben Mitte der siebziger Jahre zum Skulpturenprojekt in Münster geführt. Die muss man anders erschließen. Man muss die Pläne auf den neuesten Stand bringen und Informationen spielerisch bereitstellen. Zum Beispiel mit einem kleinen QA-Code, der sich mit einem Smartphone sofort entschlüsseln lässt. Ich will versuchen, immer wieder mal den einen oder anderen Skulptur-Klassiker zu stemmen, was natürlich unter den finanziellen Bedingungen nicht leicht werden wird. Und ich bringe junge Kunst in einen Dialog mit der Sammlung, nicht im Gegeneinander. Das kann mal provozierend sein. Ich versuche in der ersten Ausstellung, die Sammlung umzustellen und dazu gezielt junge Künstler einzuladen.Wo wollen Sie dieses Haus in der Ruhrregion und zwischen Münster und Köln positionieren? Das Skulpturenmuseum Glaskasten Marl ist ein städtisches Museum. Das muss sich auf die Menschen, die hier leben, beziehen. Auf der anderen Seite reicht mir dann nicht der Rahmen zwischen Münster und Köln. Ich plane schon darüber hinaus, dass man das sehr wohl in Berlin, auch in München und international wahrnimmt. Zum Beispiel durch die Medienkunstpreise, die international ausgerichtet sein können. Über die neuen Ausschreibungsbedingungen wird noch diskutiert.

 

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