Neumann geht - Chance für Scheytt bleibt dennoch klein

Sorge um den scheidenden Kulturstaatsminister Bernd Neumann: Der 71-jährige CDU-Politiker ist erkrankt, wie ein Sprecher gestern auf Anfrage bestätigte. Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, Neumann sei Anfang Oktober bei den Vorbereitungen zur Einheitsfeier zusammengebrochen und liege seitdem im Krankenhaus.

BERLIN

von Von Bettina Jäger / dpa

, 23.10.2013, 22:01 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bernd Neumann hat sich als hartnäckiger Kämpfer für die Kultur viel Respekt erarbeitet. Dennoch hatte er die Bundeskanzlerin bereits nach der Wahl darüber unterrichtet, dass er sich neuen Aufgaben widmen wolle. Diese Entscheidung habe mit der Krankheit nichts zu tun, versicherte sein Sprecher.  

Chancen auf den Posten?  

Fraglich ist allerdings, ob damit die Chancen des Essener Kulturmanagers Oliver Scheytt auf den Posten des Kulturstaatsministers steigen. Scheytt war im Team von Peer Steinbrück für dieses Amt vorgesehen. Scheytt, ehemals Geschäftsführer der Ruhr.2010, wollte sich gestern nicht äußern. Er wisse nur, dass die Kultur in den Koalitionsgesprächen erst Anfang November ein Thema sein wird. Die Arbeitsgruppe wird vom CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Kretschmer und Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) geführt.Amt eines Staatssekretärs

Hinter den Kulissen war zu hören, dass die Chancen auf den Posten des Kulturstaatsministers für Scheytt nicht sehr gut stehen. Das hängt mit dem Amt zusammen, das dem eines Staatssekretärs entspricht und offiziell "Staatsminister beim Bundeskanzler" lautet. Das schmucke Büro befindet sich auf dem Dach des Kanzleramtes, ganz nah bei Angela Merkel. "Deshalb wird das Amt normalerweise mit jemanden aus der Partei der Kanzlerin besetzt", so ein Kenner der Szene. Bei der Union gilt Kultur-Verhandlungsführer Kretschmer ebenso als Kandidat für den Job wie Monika Grütters, Vorsitzende im Kulturausschuss des Bundestages, und Johanna Wanka, bisher Bildungsministerin.Besetzung der Spitze offen

Anders würde es nur aussehen, wenn die große Koalition die Bildung eines neuen Bundeskulturministeriums vereinbaren würde. Dann wäre die Besetzung der Spitze offen. Eine solche Lösung gilt als unwahrscheinlich, weil sie die Kulturhoheit der Länder angreifen würde.