Neustart des Loe Studios in Marl wegen Corona verschoben

Coronavirus

Wenn alles glatt gelaufen wäre, hätten Marls Filmfreunde Ende Oktober wieder in den drei Sälen der Loe Studios Platz nehmen können. Doch daraus wurde nichts.

Marl

von Patrick Köllner

, 23.10.2020, 13:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Maximilian Meynigmann beim Aufbau des Marler Autokinos am Bikertreff Vogel im April.

Maximilian Meynigmann beim Aufbau des Marler Autokinos am Bikertreff Vogel im April. © Patrick Köllner

„Die steigenden Corona-Zahlen lassen das derzeit einfach nicht zu“, sagt Maximilian Meynigmann. Außerdem möchte der Betreiber den Zuschauern keine Maskenpflicht im Saal zumuten. „Das hat mit Kino-Feeling einfach nichts zu tun“, so Meynigmann.

Entscheidender für den Verzicht auf den Neubeginn ist für ihn aber immer noch der finanzielle Aufwand, der die zu erwartenden geringen Einnahmen übersteigen würde: „Es gibt sicherlich Möglichkeiten, den Betrieb auch unter den aktuellen Umständen wieder aufzunehmen, aber dabei würde finanziell vermutlich nicht viel hängen bleiben. Das Risiko, schnell in die Verlustzone zu kommen, ist zu groß.“

Es fehlt an Alternativen

Ein weiteres Problem sind immer noch die fehlenden Neustarts. Potenzielle Kassenschlager werden wieder und wieder verschoben. Das neue James-Bond-Abenteuer soll jetzt sogar erst im April 2021 zu sehen sein. „Ich gehe noch von weiteren Verschiebungen aus“, blickt Maximilian Meynigmann skeptisch in die Zukunft.

Ob sich das Publikum deswegen weiter weg vom Kino und hin zu Streaming-Diensten wie Netflix, Amazon Prime oder Disney+ bewegt, bezweifelt er aber. „Das Eventgefühl kann weiterhin nur das Kino bieten, das ist zu Hause nicht erlebbar. In welchem Verhältnis Kino und Streaming künftig zueinander stehen, wird aber erst erkennbar sein, wenn die Kinos wieder normal laufen“, sagt der Marler.

Das Verlangen nach Kino in Marl sei jedenfalls groß. Meynigmann: „Fans fragen regelmäßig nach der Wiedereröffnung.“

Alternative Veranstaltungen in den Loe Studios wie Firmenseminare, Filmvorführungen für Schulen oder Gaming-Events schließt Meynigmann aus. „Die Vorbereitungen und der Aufwand, die Anlage wieder hochzufahren, wären zu teuer.“

Kinobetrieb rechnet sich derzeit nicht

Als Beispiel für die dadurch entstehenden Kosten nennt der Kinomann einen für den Betrieb notwendigen Techniker, der mit 90 Euro pro Stunde zu Buche schlagen würde. „Dazu kämen Kosten für Strom, Heizung und weiteres Personal.“

Bleibt die Frage, ob Marl angesichts dieser bedrückenden Situation in Zukunft überhaupt noch eine Kinostadt sein wird. Maximilian Meynigmann versichert: „Keine Sorge. Die Loe Studios werden auf jeden Fall wieder eröffnen.

Möglicherweise schon Ende des Jahres, vielleicht aber auch erst 2021.“

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