Nichts als dünne Geschichtchen

Kino: "Ruhm"

Dieser Film braucht nicht lange, um selbst sein eigenes Todesurteil zu verkünden. "Ein Roman ohne Hauptfigur", schwebt da einem Autor auf Lesereise gleich in einer der ersten Szenen des Streifens "Ruhm" vor.

22.03.2012, 18:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Senta Berger spielt die todkranke Rosalie.

Senta Berger spielt die todkranke Rosalie.

Das Erzählprinzip ist zwar nicht neu, führt bei Filmschaffenden, die es nicht beherrschen, aber immer wieder zum gleichen Ergebnis: zum schleichenden Desinteresse. Dem werden nun eine ganze Reihe von Figuren und Geschichten präsentiert. Einige dieser (dünnen) Geschichten hängen auch nur an dünnen Fäden zusammen: Da ist ein Ingenieur, der sich sein erstes Handy kauft und eine Rufnummer zugeteilt bekommen hat, die schon einem Anderen gehört - namentlich dem Filmstar Ralf Tanner (Heino Ferch), der nun gar keine Anrufe mehr erhält, sich aber mit einem lästigen Doppelgänger herumplagen muss. Die todkranke Rosalie

Senta Berger) fährt in die Schweiz, um dort ihrem Leben ein Ende zu machen. Dort entpuppt sie sich als Romanfigur des Autors, der kluge Sätze über einen neuen Roman absondert. Und so weiter und so weiter.

 Außer Rosalie gibt es keine Figur, die Emotionen auslöst, und außer Senta Berger und Gabriela Maria Schmede („Die Friseuse“) keine Darsteller, denen wir ihr Tun und Lassen abnehmen wollen. Und der Film? Der kann sich nicht entscheiden, ob er als Tragödie ernst genommen werden möchte oder als Komödie Spaß erzeugen will. Vermutlich wollte er, dass wir auch darüber nachdenken. Wenn er nicht schon am Anfang gestorben wäre.

Lesen Sie jetzt