Nur Gemetzel und 200 Stockwerke voller Gegner

Judge Dredd

Wem Stallones „Judge Dredd“ von 1995 zu lahm, zu dialoglastig war, zu weit entfernt von seiner Comic-Vorlage (in der britischen Reihe „2000 A.D.“), der wird am neuen Leinwand-„Dredd“ in 3D seine helle Freude haben.

von Von Kai Uwe Brinkmann

, 19.11.2012, 16:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dredd ist auf einem Terrain unterwegs wie in einem Computerspiel.

Dredd ist auf einem Terrain unterwegs wie in einem Computerspiel.

Dredds Mission heißt „Search and Destroy“, Gesetzlose aufspüren und vernichten. Dafür gibt es in Mega City One, einem futuristischen Slum-Albtraum, Gelegenheit genug. Verbrecher regieren ganze Viertel. Ein Einsatz führt den Superpolizisten Dredd und eine Kollegin (Olivia Thirlby) an ihrem „Training Day“ zu einem Hochhaus. Drei gehäutete Leichen liegen im Innenhof.

Ein Verdächtiger ist identifiziert. Als Dredd des Kerls habhaft wird, gehen im gesamten Gebäude die Rolläden herunter. Der Komplex ist von der Außenwelt abgeschottet, Funkverkehr mit der Polizeizentrale unmöglich. Fertig ist ein Terrain wie im Computerspiel. Dredd steckt in der Höhle des Löwen. 200 Stockwerke voller Gegner warten auf ihn.

Ein Setting auf der Linie des indonesischen Actionknallers „The Raid“. Es beginnt ein Aufstieg von Etage zu Etage, von Gemetzel zu Gemetzel. Fotografiert hat Oscar-Preisträger Anthony Dod Mantle („Slumdog Millionär“), der eine Bravourleistung hinlegt: Selten kam 3D so wirkungsvoll zur Geltung. Mantles Kamera imitiert die Wirkung einer Droge der Zukunft, extreme Verlangsamung der Wahrnehmung.

In Zeitlupe zerreißt es Gesichter, Stürze werden zum minutenlangen Todesballett. Eine Law-and-Order-Fantasie (Regie: Pete Travis) von stolzer Brutalität und Virtuosität.

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