Orchester wanderte durch blühende Landschaften

Dortmunder Philharmoniker

Es hätte so ein tolles und besonderes Konzert mit einem sehr seltenen Dreiecks-Programm werden können: Die Klavierkonzerte von Robert Schumann und seiner Frau Clara wollten die Dortmunder Philharmoniker der dritten Sinfonie von Brahms, dem Freund der Schumanns (und vor allem von Clara), gegenüberstellen. Aber Pianist Andreas Boyde wurde vor dem vierten Philharmonischen Konzert Dienstag (8.12.) und Mittwoch (9.12.) im Konzerthaus Dortmund krank, und Ersatz-Pianistin Martina Filjak spielte nur das Konzert von Robert Schumann. Sehr schade.

DORTMUND

, 09.12.2015, 14:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Martina Filjak

Martina Filjak

Das Clara-Konzert wollen die Philharmoniker 2017/18 noch mal auf den Spielplan setzen.

Schumanns a-Moll-Konzert ist eigentlich eine Fantasie. Und ein Werk, in dem das Klavier weniger Soloinstrument als Teil des Orchesters ist. Martina Filjak spielte auch die lebhaften Ecksätze mit einem weichen, sehr runden Anschlag. Unglaublich zärtlich klang das zuweilen, aber die Kroatin, die am Montag 36 Jahre alt wird, hat auch Kraft und eine bestechende technische Virtuosität.

Schwung und Elan

Die Philharmoniker waren an diesem Abend in Bestform. Vielleicht lag das daran, dass Dirigent Sebastian Lang-Lessing einen ähnlichen Dirigierstil hat wie der Dortmunder Generalmusikdirektor Gabriel Feltz.

Mit der "Tragischen Ouvertüre" von Brahms eröffnete das Orchester als Ersatz für das Clara-Schumann-Werk das Konzert. Und schon da hörte man den großen Schwung und Elan, den Lang-Lessing aus dem Orchester herauskitzelte.

Imposante Geschlossenheit

Vorzügliche Blechbläser hörte man auch in der dritten Sinfonie von Brahms, die Lang-Lessing kammermusikalisch durchleuchtete.

Dass diese Sinfonie in der Beethoven-Tradition steht, hörte man, und imposant war die Geschlossenheit der Streicher, die in dieser Musik, zu der sich Brahms von der Natur inspirieren ließ, blühende Landschaften durchschritten.