Orgelmusik mit französischer Eleganz

Konzert mit Iveta Apkalna

Fünf Sinfonien hat Camille Saint-Saens komponiert, bekannt ist nur eine, und das nur, weil sie die „Orgel-Sinfonie“ ist. Weil man aber einen guten Organisten braucht, wird die Sinfonie selten aufgeführt. Die Dortmunder Philharmoniker hatten Dienstag und Mittwoch im Konzerthaus Dortmund einen Orgelstar: Iveta Apkalna, die 35-jährige Lettin, die schon als „Orgelhexe“ die Klais-Orgel gespielt hat.

DORTMUND

von Von Julia Gaß

, 14.11.2012, 18:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Iveta Apkalna spielte mit den Dortmunder Philharmonikern.

Iveta Apkalna spielte mit den Dortmunder Philharmonikern.

Die Sinfonie war auch das Werk, das der britische Gastdirigent Kenneth Montgomery am besten und differenziertesten mit dem Orchester einstudiert hatte. Einen eleganten Klang entlockte er der großen Besetzung, fächerte die Stimmgruppen des Orchesters wie Orgelregister auf und entwickelte bis zum gloriosen Finale ein spannendes, kontrastreiches Spiel mit Klangfarben.

Vorher hatte Iveta Apkalna im ebenfalls selten zu hörenden Konzert für Orgel, Streicher und Pauke demonstriert, wie wunderbar diese beiden „Orchester“, Orgel und sinfonischer Apparat, mit einander verschmelzen können. Erst am Schluss wurde das Werk zu einem konzertanten Wettstreit; vorher war es mehr ein elegantes Poème für die Orgel, die alle Bläserstimmen eines Orchesters ersetzte, und die Streicher.

Als Zugabe spielte Apkalna die „Évocation“ von einem Kollegen, dem 38-jährigen Franzosen Thierry Escaich, der vor anderthalb Jahren noch selbst auf der Konzerthaus-Orgel gespielt hat. Eingeleitet hatten die Philharmoniker das letzte Konzert des Jahres märchenhaft und illustrativ-farbig mit „Mutter Gans“ von Ravel.