Oxford-Forscher: Corona-Impfstoff könnte im September auf den Markt kommen

Coronavirus

Wer hat es zuerst? Weltweit suchen Forscher nach einem Mittel gegen das Coronavirus. Forscher der Universität Oxford halten es für möglich, dass ihr Impfstoff bereits im September fertig ist.

Hannover

15.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
China hat bereits zwei inaktivierte Impfstoffe für klinische Versuche im Kampf gegen das Coronavirus zugelassen.

China hat bereits zwei inaktivierte Impfstoffe für klinische Versuche im Kampf gegen das Coronavirus zugelassen. © picture alliance/dpa

Weltweit arbeiten Forscher und Pharmaunternehmen mit Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus – in Deutschland etwa Curevac oder BioNtech. Hier könnten die ersten Tests an Menschen im Frühsommer anlaufen; in den USA oder China etwa hat man mit Tests bereits begonnen. Forscher der Universität Oxford wollen schon im September einen Impfstoff auf den Markt bringen. Genau genommen konstatierten die Forscher aber lediglich, dass der Impfstoff dann „fertig sein könnte“.

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„Britische Forscher sind sich sicher: Im September kommt ihr Impfstoff gegen das Coronavirus auf den Markt“ – so oder so ähnlich kursiert diese Nachricht im Netz. Die verbreitete Aussage bezieht sich auf einen Artikel der britischen „Times“, in dem Sarah Gilbert, Professorin für Impfstoffwissenschaft (Vakzinologie) an der Universität Oxford, zu Wort kommt.

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Sicher ist die Prognose allerdings nicht: „Coronavirus vaccine could be ready by September“ – ein Impfstoff gegen das Coronavirus könnte bis September fertig sein, heißt es im englischsprachigen Original. Das Team um Gilbert ist in Großbritannien am weitesten mit der Forschung an einem Mittel. Erste Versuche am Menschen sollen bald beginnen, so die Times.

Corona-Impfstoff: Expertin hält September für möglich

Auf die Frage, ob das optimistischste Szenario für einen funktionierenden Impfstoff der September sei, sagte Gilbert der Times: „Ja, und dafür müssen wir alles geben.“ Der Herbst sei „so gut wie möglich, wenn alles glatt läuft. Niemand kann versprechen, dass es funktionieren wird“, so die Expertin. Auch auf der offiziellen Homepage der Universität Oxford wird nichts überstürzt - weiß man doch mittlerweile, dass eine Impstoff-Entwicklung normalerweise 12 bis 18 Monate dauert.

Trotzdem wolle die Universität alles versuchen, um den Impfstoff so schnell wie möglich verfügbar zu machen, sobald er sich als sicher und wirksam erwiesen hätte. „Das beste Szenario ist, dass wir bis Herbst 2020 ein Wirksamkeitsergebnis aus der letzten Phase der klinischen Studie haben könnten, um zu zeigen, dass der Impfstoff vor dem Virus schützt und es möglich ist, große Mengen des Impfstoffs herzustellen“, heißt es auf der Homepage. Aber dieser optimistische Zeitrahmen sei sehr ehrgeizig und könnte sich ändern, heißt es weiter.

Wirksamkeit: Expertin zu 80 Prozent zuversichtlich

Sarah Gilbert gilt als erfahrene Vakzinologin, sie hat bereits ähnliche Impfstoffe entwickelt, weshalb sie sich der Wirksamkeit ihres künftigen Mittels gegen das Coronavirus optimistisch ist. „Ich denke, es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es funktioniert. Ich würde 80 Prozent sagen, das ist meine persönliche Ansicht“, sagte sie gegenüber der Times.

Weiter heißt es, dass die britische Regierung signalisierte, dass sie bereit sei, die Herstellung von Millionen von Dosen im Voraus zu finanzieren, wenn die Ergebnisse vielversprechend wären. Dies würde ermöglichen, dass der Impfstoff der Öffentlichkeit sofort zur Verfügung steht - wenn nachgewiesen wird, dass er wirksam und verträglich ist. Das bedeutet: Ein Impfstoff könnte im September fertig sein und kurz darauf könnte er auf den Markt kommen.

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